Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900669
206 
Ute 
o1 
v 
zx 
Periode 
der 
byz. Plastik 
u. Malerei. 
die allgemeine Stimme sich dagegen erklärte. Selbst die 
Mitglieder des kaiserlichen Hauses waren oft getheilt. 
Es kam zu widersprechenden Beschlüssen, zu blutigen 
Kämpfen, zu grausamen Verfolgungen der Mönche und 
anderer Bilderfreunde, zur wiederholten Aufrichtung und 
Zerstörung der Bilder, bis endlich nach mehr als hundert- 
jährigem Streite (842) die Bilder-Verehrung aufs Neue 
und bleibend anerkannt wurde. 
Den Einfluss dieser Streitigkeiten darf man sich nicht 
allzugross vorstellen. Die Bilderstürmer selbst gingen 
keinesweges soweit wie der Koran, dass sie jede Ab- 
bildung eines Lebendigen missbilligten. Sie liessen sich 
und die ihrigen in Bildnissen darstellen, sie schmückten 
ihre Paläste und selbst die Kirchen mit Malereien von 
Jagden oder von ländlichen Scenen und Thierstücken. 
Auch gab es beständig selbst berühmte Maler, welche im 
Stillen die Gläubigen mit Bildern versorgten  Es war 
nur der kirchliche Gebrauch, wider den man eiferte, die 
Kunst selbst lag ausserhalb des Streites und litt nicht 
unmittelbar dadurch. Daher finden wir denn auch in den 
Malereien, welche bald nach der Beilegung des Bilder- 
streites gefertigt sind, noch dieselbe 'l'üehtigkeit, diesel- 
ben 'l'raditionen, dieselben Motive unverändert vor  
 Theophilus und sein Sohn Michael liessen den Palast Margarila 
mit Thierstückeim, den Saal Kmnilas mit lllllSiViSChEll Figuren, welche 
Früchte pflücken, die Wallienkanlmer (Eros) mit kriegerischen lYlule- 
reien ausschmücken. Theophan. contin. lib. III. c. 43. Ueber die un- 
lleiligen Bilder in den Kirchen wird geklagt (c.  der berühmte 
Maler Lazarus (olme Zweifel derselbe, welcher später als Gesandter 
des Kaisers Michael nach Rom kam; Anast. in Bened. III.) hörte auch 
im Kerker nicht auf zu malen (e.  Bildnisse sind erwähnt (m18). 
M) Vvaagenu a. a. O. III. S. 202. in der ausführlichen Beschreibung 
eines Codex aus der Zeit des Basilius Macedo (867-886).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.