Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900603
200 
Erste 
Periode 
der 
byz. 
Plastik 
Malerei. 
Bei einsamer Betrachtung gelungener Nachbildungen fällt 
es uns mehr auf  und wir fühlen, dass in mehr moder- 
nen Umgebungen diese Formen uns schwerlich zusagen 
würden, und dass ein Künstler unsrer Zeit bei einer 
ähnlichen Aufgabe wohl sich mit dem Gefühle, Welches 
diese altchristlichen Werke athmen, erfüllen, keinesweges 
aber die Einzelheiten, welche hier zur Hervorbringung 
dieses Eindrucks mitwirken, nachahmen dürfe. 
In technischer Beziehung stand diese frühere byzan- 
tinische Kunst der römischen noch sehr nahe; die Ueber- 
lieferungen" waren noch vollständigst erhalten und blieben 
in beständiger Uebung; man war sehr empfänglich für 
saubere und sorgsame Ausführung, und wusste sie durch 
neue Erfindungen noch zu erleichtern. Unter den ver- 
schiedenen Zweigen der Kunst fand die Wandmalerei 
am Wenigsten Anwendung, sie war fast ganz von der 
Kunst des Mosaikarbeiters verdrängt, wenigstens an 
öffentlichen Gebäuden, namentlich in den Kirchen. Diese 
Erscheinung hat etwas Auffallendes. In dieser schwieri- 
gen und mühsamen Kunst findet das Gefühl am Wenig- 
sten seinen unmittelbaren Ausdruck, sie scheint daher 
dem angeregten religiösen Sinne nicht zusagen zu können 
und die Katakomben hatten das Vorbild des Gebrauchs 
der Malerei für christliche Gegenstände gegeben. Auch 
kennen wir die Geschichte dieser Gattung; sie schliesst 
4') Ein Beispiel giebt die (auch nach Plattners Urtheil Beschrei- 
bung Roms III. l. S. 365. sehr gelungene) Abbildung der Mosaik 
der Chornische in S. Cosma e Damiano bei Guteusohn und Knapp. 
Taf.42. 21.21.0. Jederder an Ort und Stelle die WVirkung wohlihätig 
empfand, wird hier auf die Härten und Mängel aufmerksamer. Die 
Hoheit dieser Kunst wird wenigstens zum Theil durch ihre hiängel 
erreicht, aber dass diese so und nicht ungünstig wirken, hängt von 
andern Umständen, von den Umgebungen, dem Stoife und der Naive- 
tät ihrer Verfertiger ab.
        

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