Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900546
194 
Erste 
Periode 
der 
byz. 
Plastik 
Malerei. 
Kreuzigung kommen, so viel wir Wissen, in dieser ersten 
Zeit noch nicht vor a). Auch hier hing die Schwäche 
der Kunst mit einem moralischen Mangel zusammen, und 
dieser drückte denn auch den Darstellungen des Kampfes 
selbst ein Gepräge des Matten und Kraftlosen auf. 
Noch grösser war der Einfluss des moralischen Man- 
gels auf die Darstellungen weltlichen Inhalts. Prokop im) 
erzählt von einem grossen musivischen Bilde, welches 
Justinian an der Kuppel der von ihm errichteten Vorhalle 
des Palastes, welche Chalke genannt wurde, ausführen 
liess. Der Beschreibung nach war es höchst umfassend, 
man sah darauf die Kriege und Schlachten, welche (wie 
sich der schmeichelnde Historiker ausdrückt) der Kaiser 
durch seinen Feldherrn Belisar in Italien und Afrika aus- 
führte, die Eroberung fast aller Städte dieser Gegenden; 
dann den Einzug des Heeres, mit den Trophäen der er- 
oberten Reiche, wie es vom Kaiser und der Kaiserin 
empfangen wurde, Welche mit freudigem Antlitz die De- 
müthigung der gefangenen Könige hinnahmen. Ringsumher 
standen Senatoren, in deren Zügen die Freude lachte, 
und welche dem Kaiser wegen dieser Grossthaten göt- 
tergleiche Verehrung zollten.  Wenn man sich erinnert, 
dass von der Kuppel eines, wenn auch immerhin grossen 
Saales die Rede ist, nicht von einem fortlaufenden Friese, 
so wird man aus dieser Beschreibung schliessen müssen, 
ü) Weiter unten Näheres über die Zeit, wo diese Gegenstände 
zuerst aufkamen. Die Kreuzigung in dem Coelnet. S. Julii Papae in 
den römischen Katakomben (Aringhi II. 354.) scheint weit jünger 
zu sein. Auch die Martyrien der Heiligen finden sich unter den er- 
haltenen  erst später, obgleich schon Basilius von Caesarea 
(Opp. ed. Paris 1618. T0111. I. p. 515. nach Münter a. a. O.) den Feuertod 
des h. Barlaam als einen Gegenstand der Darstellung vorschlägt. 
De
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.