Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898659
Historische 
Uebersicht. 
von Barbaren in den Sold des Reiches, grosse legislato- 
rische Thätigkeitydann bald die Vermehrung der Mit- 
regenten, um den Ehrgeiz der Feldherrn in den entfernten 
Provinzen zu unterdrücken, eine durchgreifend neue Ge- 
staltung der Beamtenhierarchie. Endlich die Verlegung 
der Residenz von Rom nach Byzanz , bald darauf die 
Trennung beider Theile des Reichs. Auch Constantins 
Begünstigung des Christenthums und selbst Julians Abfall 
gehören in die Reihe dieser Versuche. Allein vergebens, 
die Wucht des ungeheuren Gebäudes spottet der schwa- 
chen Stützen; immer sichtbarer lösen sich die Fugen, 
langsam und majestätisch neigen sich die Massen, bis 
endlich wenigstens der eine Theil krachend einstürzt und 
weit umher die Welt mit seinen Riesentrümmern bedeckt. 
Grade diese vergeblichen Versuche, das Reich zu 
erhalten, machen das Schauspiel seines Sturzes so tief 
ergreifend. Nicht die Barbaren haben Rom überwunden; 
Cäsars Legionen hätten sie leicht zurückgehalten. Nicht 
die Laster und Verbrechen blutdürstiger Tyrannen oder 
thörichter Jünglinge auf dem Throne untergruben die 
Macht des Reichs; was Menschen verdarben, hätten 
Menschen wieder herstellen können. Hier scheiterte das 
redlichste Bemühen; das Verderben kam heran wie eine 
Naturkraft, gegen welche Geist, Einsicht und Tüchtigkeit 
nichts vermögen. Rom fiel, weil sein Schicksal vollendet 
war, weil die Seele, die den gewaltigen Körper belebt 
hatte, abstarb. Alles Menschliche besteht nur durch be- 
geisterten , zuversichtlichen Glauben. Sobald dieser 
wankt, verschwindet die Kraft des sichern Entschlusses, 
die Handlungen werden ohne VVärme und Eifer ausge- 
geführt, die Gebräuche gedankenlos und matt beibehalten. 
Das Leben weicht allmälig aus dem körperlichen Dasein
        

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