Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900487
I88 
Erste 
Periode 
der 
byz. 
Plastik 
Malerei. 
wichen, wo sich der neue Geist charakteristisch zeigen 
musste. Die Verhältnisse, wenigstens der grossen Haupt- 
gestalten, sind noch richtig und edel, eher schlank als 
gedrückt. Das Antlitz ist ernst und voller Würde, das 
Auge gross, zwar ohne besonders lebendigen und indivi- 
duellen Ausdruck, aber doch mit eindringlichem Blicke. 
Die beleuchteten Stellen, namentlich die Stirn und die 
Baekenknoeheil treten stark, zuweilen, besonders später 
selbst hart gegen die schattigen Theile heraus. Die Ge- 
wandung schliesst sich an die antike Plastik an, die Fal- 
ten fallen voll und richtig, die breiten Massen des Kör- 
pers sondern sich deutlich, manchmal selbst hart von den 
Schatten ab, wozu vielleicht die Schwierigkeit der U eher- 
gangstöne bei musiviseher Behandlung beitragen mochte. 
Die Farben sind wohl gewählt, meistens licht, bei den 
Gewändern vorzugsweise weiss. Die Hände und Füsse 
sind eher zart ausgeführt. Da die Körper aller Figuren 
in der Vorderansicht gehalten sind, so stehen die Füsse 
meistens gleich, in derselben Entfernung, etwas auswärts, 
die Spitzen nach unten gebogen. Bei spätem Arbeiten 
hat man auch wohl den Boden fortgelassen, so dass die 
Figuren wie schwebend erscheinen. 
Die Wirkung dieser Werke ist eine sehr bedeutende. 
Die kolossalen Gestalten in ruhiger ernster Haltung, wpür- 
devoll und majestätisch, mit einfachen, kräftigen, lichten 
Farben aus dem Halbdunkel der Coneha hervortretend, 
geben ein Bild der Ruhe und Feier und nöthigen der Seele 
ein Gefühl von Ehrfurcht ab. Man fühlt die ganze I-Ioheit 
dieser Vorkämpfer des Chrislenthums, es ist ein Triumph 
ohne weltliches Gepränge, in der ernsten Glorie geistigen 
Lichts; man wird durchdruugeil von der Weihe und 
Heiligkeit des Ortes, das Knie beugt sich unwillkürlich
        

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