Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900382
173 
Erste 
Periode 
der 
byz. 
Plastik 
Malerei. 
Auch die Gegenstände der grössern Compositionen 
wurden nun andere; man wählte nicht bloss, wie in den 
Katakomben, nach einer symbolischen Beziehung, diese 
trat vielmehr zurück und verschwand allmälig, man hielt 
sich mehr an das Historische der heiligen Schriften. Man 
dachte weniger an eine Versinnliehung und Erinnerung 
der Verheissungen, als an die Verherrlichung der heiligen 
Gestalten. Die biblischen Ereignisse alten und neuen 
Testaments oder die Gestalten der Jünger des Herrn und 
späterer Heiligen gaben den vergrösserten Kreis der Dar- 
stellungen. Es ist interessant, diesen Gegensatz und den 
allmäligen Uebergang aus der einen Aulfassungsweise in 
die andre an den musivischen Darstellungen einiger Kir- 
chen, bei denen die Zeit der Entstehung für festgestellt 
gehalten werden kann, zu beobachten. In den (altern) 
Mosaiken von S. Constanza bei Rom (wahrscheinlich 
unter oder bald nach Constantin erbaut) sehen wir Genien 
zwischen Gewinden von Weinlaub; wir sind noch ganz 
auf dem heitern Gebiete der Katakombenkunst. Aus die- 
sem Jahrhundert können wir keine weitem Beispiele auf- 
zeigen, wohl aber aus der ersten Hälfte des folgenden. 
Unter den Bauten der Galla Placidia in Ravenna 
enthalten die reichen Mosaiken in der Basilika des Evan- 
gelisten Johannes sehr verschiedenartige Darstellungen; 
bald zeigt sich der Heilige, wie er von dem Herrn das 
Buch empfängt, dann finden sich apokalyptische Scenen, 
dann wieder der sitzende Heiland, dabei aber auch eine 
die Gottheit, sondern nur den menschlichen Leib Christi ilarstellß 
Diese Ansicht hatte aber auf das Abendland keinen Einfluss; wenig- 
stens tritt in den Miniaturen, schon aus Curolingischer Zeit (vergl. 
Emcric David a. a. O. p.  bei der Schöpfungsgeschichte und in ähn- 
lichen Darstellungen biblisch historischer Nlolnente Gott selbst häufig 
auf. Später findet er sich ebenso auf den Darstellungen der Trinität.
        

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