Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900347
Byzantinische 
Plastik 
u n d 
Malerei. 
vierten Jahrhundert manche Sagen, welche die Entstehung 
eines solchen, und zwar nicht durch gemeine Kunst, son- 
dern auf übernatürlichem Wege erzählten. So die be- 
kannte Sage vom Schweisstuche der Veronica, welchem 
der Heiland sein Bild aufgedrückt hatte, und die von der 
Ileilung des Königs Abgarus von Edessa in Mesopotamien 
durch ein auf ähnliche Weise entstandenes Bild m). Gegen 
das Ende des sechsten Jahrhunderts kommen mehrfach 
Bilder vor, welche man als „nicht von Mensehenhänden 
gemacht" (oixstpovrom-rat) bezeichnet, um jeden Zwei- 
fel über ihre Aechtheit zu verhüten, und den Beweis 
derselben nicht durch schriftliche Urkunden, sondern durch 
Legenden dadurch bewirkter Wunder zu führen w). Um 
f) Die Veronicnsage scheint mehr im Abendlande beliebt (doch 
sah Grelot zufolge seiner von Banduri bekannt gemachten Beschrei- 
bung der Sophienkirche zu Constailtinopel in den Mosaiken ein Bild 
der Veronica mit dem Sehweisstuche) während die des Qäbgarus bei 
den byzantinischen Schriftstellern (z. B. Theoph. Cont. lib. III. c. 11. 
Georgius Monaehus de Leone Armenien c. 17.) häufig vorkommt. 
Eusebixis llist. eccl. I. c. 15. kennt indessen diese Sage in einer andern 
Version, wo die Heilung zwar wunderbar, aber nicht durch ein Bild 
bewirkt wird. Später, wahrscheinlich während des Bilderstreites, 
entstehen dann mehrere solche Sagen, deren Anwachsen wir bei den 
Fortsetzern der Chronik des Theophanes verfolgen können. Symeon 
Logotheta, ed. Bonn. p. 607., Georg. Monaelnls a. a. 0. Dieser nennt. 
ausser dem Bilde des Abgarus, Bilder des Ileilandes und der Jung- 
frau von der Hand des Apostel Lucas, welche in Rom seien, alte 
Bilder in Jerusalem, dann ein Bild der Verklärung Christi, welches 
der Apostel Petrus den Römern geschenkt, die Statue, welche die 
hlutfliissige Frau setzen lassen, endlich ein Bild der Jungfrau, wel- 
ches dieselbe auf wunderbare Weise an einer Säule des Tempels zu 
Lydda erscheinen lassen, und welches ungeachtet aller Versuche der 
griechischen Juden sich unvertilgbar bewiesen haben solle. 
H) S0 viel ich linde kommt zuerst im J. 578 ein solches vor; 
Philippikos der Schwager und Feldherr des Maurikios begeistert da- 
durch sein Heer zum Kanlpfe gegen die Perser. Theophanes S. 393. 
ed. Bonn. S0 hat auch Heraklius im J. 613 ein Christusbild, Wel-
        

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