Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900210
Form 
der 
Kuppeln. 
161 
wir gesehen haben, und wie noch mehr die Monumente 
zeigen, oft mehrere Kuppeln auf demselben Gebäude 
an, zuweilen drei, häufiger fünf, von denen dann die vier 
kleinem entweder mit der Mittelkuppel ein Kreuz bilde- 
ten, oder in den Ecken des Gebäudes angebracht waren. 
Manchmal findet man auch (wie an der Panagia Lykodimo 
oder S. Nieodemus in Athen) alle Nebenräume mit Kup- 
peln sehr kleiner Dimension bedeckt, eine Form, welche 
der spätesten Zeit des byzantinischen Baues anzugehören 
scheint und welche wir an muhamedanisehen Bauten oft 
wahrnehmen. 
Durchweg wird die Sitte beibehalten, die Wölbungen 
nackt und ohne Bedachung hervortreten zu lassen; WG; 
nigstens ist es so im Herzen des byzantinischen Reichs, 
und nur in den Gränzbezirken, WO abendländischer Ein- 
fluss oder klimatische Rücksicht dagegen sprachen, wie 
in Griechenland und in manchen asiatischen Gegenden, 
bedeckte man sie mit Ziegeln von Stein oder gebrannter 
Erde. Hier findet man auch wohl gradlinige Giebel; 
hölzerne Bedachung kommt dagegen auch hier nicht vor, 
das ganze Gebäude War in Stein oder Ziegeln, ohne An- 
wendung des Holzes gebaut. Nicht bloss die Kuppeln 
blieben auf diese Weise unbekleidet, sondern auch die 
'l'onnengeivölbe und die seltener angewendeten Kreuzge- 
wölbe, wodurch denn zuweilen sehr auffallende Formen 
entstehen. So findet man auf den griechischen Inseln 
kleine einschißige Kirchen, welche durch das Aeussere 
ihres Tonnengexivölbes die Gestalt eines Koffers bekom- 
mellÜ- Die grosse Kirche Mone tes Koras (die Wohn- 
Stätte der Jungfrau) zu Constantinopel hat einen N arthex 
1101" mit fünf Krellzgewölben bedeckt ist , deren Bogen 
i") Alb. Lenoir a. a. O, p, 13_ 
III. 
ll
        

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