Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900165
156 
Byzantinische 
Architektur. 
Bagdad, welchem es denn auch durch wohlangebrachte 
Versclnvcndung gelang, sich Einfluss und Anerkennung 
an dem üppigen Hofe der Abassiden zu verschaffen. Als 
ein Beweis dieses Einflusses wird es nun angeführt, dass 
man ihn auch zuliess, um die Kostbarkeiten des Beherr- 
schers der Gläubigen und den Glanz seines Palastes zu 
bewundern. Ehrenvoll entlassen, bewog er nun seinen 
kaiserlichen Schüler, jenen Palast ganz nach dem Vor- 
bilde eines saracenischen Schlosses, zu errichten, nach 
demselben Grundrisse und mit derselben Buntfarbigkeit 3') 
so dass kein Unterschied blieb. 
Ob diese Nachahmung arabischer Kunst auf einem 
Anerkenntniss höherer Schönheit beruhete, oder ob sie 
mehr ein Denkmal der diplomatischen Erfolge des Johan- 
nes und eine Vermehrung der Sehenswürdigkeiten und 
Curiositäten der Residenz sein sollte, bleibt dahingestellt; 
Indessen geht aus manchen Zügen hervor, dass der 
Weehselverkehr zwischen Arabern und Byzantinern auch 
auf diese nicht ohne Einfluss _war  Ein gelehrter Ma- 
thematiker, Leo, den der Kalif zu sich berief rwurde 
durch glänzende Belohnungen an Byzanz gefesselt und 
bewährte nun seineDankbarkeit durch manche, allgemein 
 Tlieopln. cont. dc Theophilu c. 9.  Das W'0rt: Homükfa, 
welches der byzantinische Autor braucht, scheint anzndeilteil, dass 
man, so Wenig auch der einheimische Slyl die bunten Farben vermied, 
doch einen grössern oder andern ,Farbenreichthum bei den Arabern 
fand. 
"Ü Früheren unmittelbaren Einfluss des Orients auf die byzanli- 
niäclze Architektur anzunehmen, etwa, wie man wohl genleilnt hat, 
von Persien her, haben wir nicht ausreichende Gründe. Jener Me- 
lrndorus, der an Constanlins Hofe sich aufhielt, und jener Stephanus 
(Theophanes Chronogr. ad aun. 686) der unter Justiuiau II. durch 
seine Härte gegen die Bauleute verrufen wurde, waren persische 
Flüchtlinge, welche Staatsämter erhielten, aber nicht Bauuneister.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.