Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900079
Sophienkirche. 
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derungen, altorientalischeil Sitten, und wir können ja 
dieses allmälige Entstehen in den constantinischen Rund- 
bauten, in der Grabkirche der Galla Placidia, in S. Vitale, 
in S. Sergius und Bacchus bis zur Sophienkirche, verfolgen. 
Indessen scheint es wohl, dass bei dieser letzten durch 
das Zusammentreffen bedeutender Architekten, durch den 
Werth den Justinians Ruhmsucht auf das, Unternehmen 
legte, durch die grossen Mittel, Welche er dafür verwen- 
dete, und durch die allgemeine Aufmerksamkeit, welche 
darauf hingeleitet wurde, alle Bestrebungen wie in einem 
Brennpunkt vereinigt wurden, um etwas Ausserordent- 
liches und Nachwirkendes zu erzeugen. Wir können 
daherdiese Ausbildung des Kuppelbaues der Justinianei- 
sehen Zeit und den Baumeistern der Sophienkirche zu- 
schreiben m). 
tt) Nach einer vereinzelten Nachricht soll das Bestreben zur Ge- 
staltung einer neuen Kirchenform und namentlich des Kuppelbailes 
schon unter der Regierung Constailtiils ein sehr bewusstes gewesen 
sein. Agathangelus (286-342) ein Zeitgenosse Constantins, ein 
Grieche, der in die Dienste des Königs Tiritlatcs von Armenien 
gcrietll und eine Geschichte dieses Landes hinterliess, soll erzählen, 
dass unter Constailtin vielfache Versuche gemacht wurden, um die 
richtigen Verhältnisse des Kuppelbanes zu finden, und dass die Kup- 
peln von 81 Kirchen eingestürzt seien, bis dieses erlangt worden. 
Dieses Citat, welches der Reisende Dubois de Montpereux (Voyagc 
autour du Caucase. Vcl. III. p. 380) aus dem Gedächtnisse nieder- 
schrieb und sich ausdrücklich den Irrthum vorbehielt, welches aber 
aluch in Ritters Erdkunde (Th. X. S. 532) übergegangen ist, scheint 
indessen unrichtig. Nach der gütigen Mittheilnlng eines der bedeu- 
tendsten Kenner dieser schwer zugänglichen Literatur, des Herrn Prof. 
Neumann in München, findet sich eine solche Erzählung bei Agathan- 
891115 keinesweges; seine (überdies vielfach verfälschten und unzu- 
Verlässigßn) Schriften enthalten nur eine allgemeine Erwähnung, dass 
ÜOIISÜHIÜH die zerstörten Kirchen hergestellt und die niedergestürzten 
Altäre aufgerichtet habe, und erst bei den armenischen Schriftstellerin 
des 10- Jßhfllllndefls findet sich überhaupt die Architektur berück- 
sichtigt.
        

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