Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900068
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Byzantinische 
Architektur. 
auf Einfluss; der Mangel des Holzes, die Schwierigkeit 
ohne auserlesene Stämme so grosse Räume zu bedecken, 
die Sitte des Orients, welche strengere Absonderung der 
Frauen verlangte und der desshalb die Emporkirche mit 
abgesondertem Eingange zusagte. Allein ebenso war 
auch das aesthetische Gefühl dabei thätig. Auffallend 
genug wiederholt Prokop bei sehr vielen Kirchen das 
Lob, dass ihre Länge und Breite ein richtiges Verhältniss 
habe, dass jene diese nicht um Vieles, oder etwa nur 
um die Tiefe des Sanctuars übersteigeii). Man sieht 
'also die Neigung war auf die Form des Quadrats, auf 
eine einfache, überall gleiche Harmonie gerichtet. Des- 
halb wichen die Architekten von dieser Allgleichheit so 
wenig als möglich ab, deshalb bildete sich die Form des 
Quadrats, des griechischen Kreuzes und der Kuppel. Es 
war im Wesentlichen dieselbe Richtung, welche sich 
schon in der frühern römischen Zeit am Pantheon gezeigt 
hatte, die Richtung auf das mechanisch Regelmässige. 
Dort aber befand sie sich im Widerspruche mit den her- 
gebrachten Formen der griechischen Architektur , erschien 
daher nur isolirt und selten. Hier war sie, gemässigt 
zwar durch die Reminiscenz an das Langschiff der Ba- 
siliken, aber übrigens vollendet, zu einem in sich zusam- 
menhängendeil Systeme ausgebildet. Schwerlich war 
dieses neue System das Product eines bewussten Stre- 
bens; wahrscheinlich entstand es allmälig aus römischen 
Traditionen, christlichen Bedürfnissen, technischen Anfor- 
b) Lib. 1. c. 1. von der Sophienk, c. 3. von der Michaelskirche, 
c. 6. von St. Anthimus. Aus einer Aeusseruxlg des Agathias (lib. 5. 
c. 9.) bei Erwähnung der Herstellung der Sophienkirchc durch den 
jüngern Isidor nach dem Erdbeben unter Justinians Regierung geht 
hervor, dass man damals besorgt war, mlie gleichseitige Ilarmonieß 
eiuzubüssen.
        

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