Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899948
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Byzantinische 
Architektur. 
für die Verbindung der Kuppel und des Quadrats in Con- 
stantinopel selbst gegeben. 
S. Vitale wurde 526 begonnen und war im Jahre 534 
schon weit vorgerüekt (wie sich aus historischen Bezie- 
hungen des Bildwerkes und der Inschriften der Apsis 
schliesseu lässt), wurde aber erst 547 vollendet und ge- 
weiht. Während dieser Zeit entstand das berühmteste 
WVerk der byzantinischen Kunst, die So phienkirche zu 
Constantinopel. Zu dem Glanze, mit Welchem Justinian 
sich umgab, gehörten auch Weit ausgedehnte Bauunter- 
nehmungen. Für alle Provinzen seines Reichs sorgte der 
thätige Kaiser; ein gleichzeitiger Schriftsteller, Prokopiusik), 
hat ein ganzes Buch mit der Aufzählung seiner Bauten 
gefüllt. Es konnte nicht fehlen, dass die Kunstfertigkeit 
seiner Griechen dadurch neue Uebung, das Talent der 
Architekten den Muth zu grossartigeil Erfindungen und 
neuen Formen erhielt. Da war es denn fast ein Glück für 
seinen Ruhm, dass die Sophienkirehe, von Constantin ge- 
gründet und naehmals erweitert und erneuert, unter seiner 
Regierung bei einem Volksaufstande ein Raub der Flam- 
men wurde. Sogleich schritt der Kaiser zum WVerke des 
Wiederaufbaues. Die grösste Sorgfalt, die bedeutendsten 
Summen verwendete er darauf. Zehntausend Arbeiter 
erhielten ununterbrochen ihren reichlich berechneten Sold, 
und täglich fand sich der Autokrator selbst unter ihnen 
ein, in Weissem Leinen demüthig gekleidet, um sie zu 
ermuntern und den Fortschritt des gottgefälligen Un- 
ternehmens zu beobachten. Nur sechs Jahre vergingen, 
bis die Weihe erfolgte, bei welcher der erfreute Kaiser 
ü) Man zweifelt mit Recht daran, dass der Historiker Prokop 
wirklich der Verfasser dieser Schrift War; indessen muss die herge- 
hrachte Weise der Bezeichnung des Buches beibehalten werden.
        

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