Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899811
Byzantinische 
Architektur. 
121 
Kunst, in welcher sich die Reinheit und Consequenz des 
hellenischen Styls immer mehr verloren hatte, die Säule 
mehr Verzierung als tragendes Glied wurde, das Reiche 
und Bunte an die Stelle des Einfachen, das Massenhafte 
und Colossalc an die Stelle bescheidener Verhältnisse 
getreten war, fand in der östlichen Häfte des Reiches 
ein ihr verwandtes Element, welches sie immer mehr zu 
orientalischer Ueppigkeit steigerte. Die Trennung dieser 
östlichen Hälfte von dem Abendlande gab diesem orien- 
talischen Geiste ein freieres Spiel, und mehr und mehr 
verloren nun die antiken Formen ihre ursprüngliche Be- 
deutung, um sich einem andern Style anzufügen. Den 
Prozess dieser Verwandlung wird man vielleicht in Zu- 
kunft, wenn der Orient immer mehr zugänglich werden 
und durchforscht sein wird, noch mehr in seinen Einzel- 
heiteu erkennen , indessen reichen unsere Nachrichten 
schon jetzt ziemlich aus, um uns ein Bild davon zu ent- 
werfen. Wir können dabei zwei Epochen unterscheiden. 
Die erste beginnt mit der Herrschaft Constantins und 
endet mit der Regierung Justinians in der Mitte des 
sechsten Jahrhunderts; in ihr sehen wir die allmäligen 
Schritte der Ausbildung des neuen Styls bis zu der Voll- 
endung eines festen Systems. Diese Vollendung wird 
erreicht durch die vollkommene Kenntniss des Kuppel- 
baues, dessen Gesetze von nun an den Kern architek- 
tonischer Kenntnisse bilden. In der zweiten längern Pe- 
riode sehen wir dieses System theils erstarrend und 
nachgeahmt, theils noch mehr mit orientalischen Formen 
verschmolzen, endlich zuletzt auch, wenigstens in einigen 
Gegenden; mit einem Einflusse abendländischer Kunst.
        

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