Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899786
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Das 
byzantinische 
Reich. 
flossen, heilsam und bildend für die germanische Welt. 
Es ist wahr, dass auch diese Elemente von Byzanz her 
in einem Zustande der Verderbniss zu uns kamen, und 
es ist leicht, das Nachtheilige dieser Receptionen für 
unsre Nationalität zu "zeigen. Allein bei einer tieferen 
Betrachtung wird man entdecken, wie selbst diese vor- 
übergehenden Nachtheile entweder unvermeidlich oder 
gegen den damit verbundenen Gewinn nicht bedeutend 
waren, und die Freunde eines freien Priucips in der po- 
litischen Gestaltung unserer Staaten müssen es anerken- 
nen, dass die römischen Begriffe von der Einheit des 
Staats, die hauptsächlich durch byzantinische Vermitte- 
lung bei uns praktisch geworden sind, einen wesentlichen 
Bestandtheil ihres Systems ausmachen. '  
Ich darf diese Andeutungen, weil sie mit meinem 
Stoffe nur mittelbar zusammenhängen, nicht weiter ver- 
folgen. Unzweifelhaft ist aber diese Stellung des byzan- 
tinischen Reichs für die Kunst. Denn auch hier war es 
nicht bloss die Bewahrerin altrömischer Formen, sondern 
begann den Prozess ihrer Verschmelzung mit orientali- 
schen Elementen und ihrer Verarbeitung für christliche 
Bedürfnisse. Auch hier entwickelte sich zwar nicht eine 
freie und unbedingt erfreuliche 'l'hätigkeit, vielmehr finden 
wir auch hier den Charakter des Müden und Abgestor- 
benen vorherrschend. Aber dennoch bildeten sich, wenn 
auch unwillkürlich, durch die Berührung und Vermischung 
altrömischer, christlicher und orientalischer Elemente, 
eigenthümliche Formen aus. Hier wenigstens zeigt sich 
unverkennbar die grosse und geheimnissvolle Bedeutung 
dieses Volkes in der Geschichte. Wir Werden sehen, 
wie diese byzantinischen Formen nicht bloss auf das 
germanische Abendland, sondern weithin über die Länder
        

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