Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899759
Seine 
welthistorische 
Bedeutung. 
es erhielt nicht bloss Altes, es führte dem Leben der 
europäischen Völker auch Neues hinzu. 
Wenn wir uns auf den hohen Standpunkt stellen, um 
die Jahrhunderte im Ganzen zu überblicken, so linden 
Wir, dass es sich oft um grosse und einfache Gegensätze 
handelt. Im Orient und in dem ersten grossen Abschnitte 
der Weltgeschichte ist überall das Element der Einheit 
vorwaltend, religiös als pantheistischei" Naturcultus, poli- 
tisch als Volkseinheit oder als despotische Monarchie. In 
dem zweiten Zeitalter, im griechisch-römischen, herrscht 
dagegen die Vielheit, als Polytheismus und als republi- 
kanisches System vieler kleinen Staaten. Wir haben die 
Bedeutung und Fruchtbarkeit dieses Princips erkannt, 
indem es zur Ausbildung der Freiheit und Selbstständig- 
keit der Individuen führte. Aber auch dies, in der Auf- 
fassung, in welcher es hier gegeben war, überlebte sich, 
brachte Anarchie in religiöser und politischer Beziehung 
hervor, und zeigte sich als nicht haltbar. Daher denn 
seit Augustus allmälig wieder eine Hinneigung zu dem 
andern Princip. Während die Menschen sich bis dahin 
nur in ihrer Einzelnheit zu erhalten gesucht hatten, sehn- 
ten sie sich jetzt nach einer Unterordnung, nach dem Ge- 
fühl einem grossen Ganzen anzugehören. Der Wind hatte 
sich gleichsam gedreht, er kam wieder von Osten und 
führte dem empfänglichen Boden des Römerreichs manche 
Keime" aus jenen Gegenden zu, heilsame und schädliche. 
Unter ihnen war denn auch, in bescheidener Vermischung, 
der einzige durchaus fruchtbare und umgestaltende, der 
Keim des Christenthums. Es lässt sich nicht verkennen, 
dass durch das Christenthum ein orientalisches Element 
i" das Abendland kam, wir können es höchst speciell in 
der Nachwirkung der hebräischen Bestandtheile der hei- 

        

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