Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899728
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Das 
byzantinische 
Reich. 
auf dem Throne, und es bietet sich ein fruchtbarer Stoff 
für psychologische und politische Betrachtungen dar. Bei 
dem allgemeinem Gesichtspunkte dieses Werkes darf 
ich aber auf diese Einzelheiten nicht eingehen, und es 
sind nur wenige Punkte der Geschichte, welche einiger- 
massen hervor-springen. 
Vor allem wichtig ist uns die Regierung J ustinians 
im sechsten Jahrhundert  weil sie das Verdienst hatte, 
den Zustand der Dinge zu ordnen, die Mischung christ- 
licher und heidnischer Elemente, welche sich bis dahin 
chaotisch durcheinander bewegten, festzustellen. Manches 
kam zusammen, um der Regierung dieses Fürsten einen 
ungewöhnlichen Glanz zu verleihen. Kräftige Feldherrn 
unterwarfen seinem Scepter bedeutende, schon von Bar- 
baren besetzte Provinzen aufs Neue; der friedliche Zu- 
stand des Reichs, die Vortheile der Civilisation, deren 
sich diese Gegenden jetzt ausschliesslich erfreuten, be- 
reicherten das Volk, neu entdeckte Handelswege vermehr- 
ten die Quellen des Erwerbes. Des Kaisers eigne Thätig- 
keit, seine Sorgfalt für Aufzeichnung und Sammlung der 
Weitschichtigeil Gesetze, seine Bauunternehmungen und 
der Glanz seines Hofes trugen dazu bei, das Gefühl der 
Sicherheit, welches die Bewohner eines mächtigen Reiches 
haben, zu verbreiten. 
Bald nach seiner Zeit hatte das Reich mit neuen und 
kräftigen Feinden zu kämpfen; die Araber in hellauf- 
flammender Begeisterung für den Islam ergossen sich 
über die reichsten Provinzen und entzogen sie für immer 
der byzantinischen fHerrschaft. Auch der Besitz von 
Italien wurde den Griechen entrissen, und slavische Völ- 
ker drangen bis an die 'l'hore der Residenz, während 
der heftige Streit über die Duldung oder Verbannung der
        

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