Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899704
M110 
Das 
byzantinische 
Reich. 
Wie früher der persische Hof ein Vorbild für die 
Anordnung des byzantinischen war, so wurde später aus 
dem neu entstandenen Reiche der Araber manches ent- 
lehnt. Wir können den Gebrauch arabischer Baupläne, 
die Nachahmung der bizarren Pracht des Kalifenhofes, 
die Entlehnung von Aemtern und Slaatseinrichtungen in 
Byzanz nachweisen und werden zum Theil noch darauf 
zurückkommen. Muhamedanischer Geist (lrang aber auch 
bis in das Gebiet christlicher Ueberzeugung, und es ist 
anerkannt, dass der wichtige Streit über die Beibehaltung 
heiliger Bilder, Welcher das byzantinische Reich Jahr- 
hunderte lang verwirrte, seine Quelle in dem Bilderhasse 
des Koran hatte. 
Bei 
diesem 
vorherrschend 
orientalischen 
G eis te 
darf 
es uns denn auch nicht befremden, wenn der letzte Ueber- 
rest persönlicher Freiheit und der Achtung vor mensch- 
licher Würde, der in Rom, wenn auch oft verletzt, doch 
noch geblieben war, allmälig verschwand. Während der 
römische Bürger von Rechtswegen der Todesstrafe durch 
freiwillige Verbannung ausweichen durfte, ging das by- 
zantinische Strafrecht immer weiter in der Erfindung 
grausamer Martern. Verstümmelungen, Blendungen und 
schmerzhafte Todesarten sind gewöhnlich, kein Rang und 
Stand, nicht einmal der Ursprung aus kaiserlichem Blute 
sichert dagegen, und man hatte das Schauspiel selbst 
einen Kaiser mit verstümmeltem Antlitz den Thron wieder 
besteigen zu sehenäi).  
Endlich hängt es mit dieser orientalischen Allgewalt 
des Herrschers zusammen, dass auch in kirchlichen Din- 
gen der Hof sich eine entscheidende Stimme anmaasste, 
und dass sich hier nicht, wie im Abendlande eine heilsame 
Justinian H. 
Rhinol metos 
705. 
mit 
abgeschnittener 
Nase.
        

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