Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899696
Hinneigulag 
zum 
Orientalismus. 
109 
erhielten den Beinamen der heiligen; ihre Entschlüsse 
wurden wie Orakel betrachtet, an der Richtigkeit ihrer 
Wahl zweifeln, galt als Gotteslästerungii). Natürlich 
ging denn ein Theil dieses Glanzes auf ihre Familie, auf 
ihre Würdenträger über, und ein kleinliches Ceremoniell 
musste die Abstufungen des Ranges in gebührender Ehre 
erhalten. 
Auch die Tracht näherte sich immer mehr der orien- 
talischen. Schon bei der Trennung des Reichs war die 
Einfachheit der weissen Toga längst durch üppigere 
Moden verdrängt; man liebte reiche mit Blumen oder gar 
mit Thiergestalten durchwirkte Kleider, man wechselte 
mit dem Luxus neuer Stoffe. Gleich auf den frühesten 
Monumenten der byzantinischen Kunst erkennen wir wie 
die alte Form immer mehr erstarrt, der freie Ueberwurf 
nach festen Regeln geordnet wird. Die Toga erhält 
lange Zipfel, welche den Körper nach einer Vorschrift 
umschlingen und wie ein Gürtel ihn umgeben. Auch wird 
die 'l'unica immer länger. Später nimmt alles noch mehr 
ein barbarisches Ansehen an; die lange, bunte Tunica 
gleicht immer mehr dem Rock der heutigen Orientalen, 
die Toga ist in einen Kragen verwandelt, das Haupt wird 
mit einer hohen Tiara bedeckt 38). 
i) Sacruln encaustmu hiess die Tinte, mit welcher sie Gesetze 
und feierliche Urkunden schrieben. Ihre Beamten führten die Titel 
des comes sacrarum largitionum, sacri cubiculi u. s.f.  Sacrilegii 
enim instar est, hcisst es in einer Stelle des Codex, dubitare, an is 
dignns sit, quem eligerit imperator. 
"Ü Manche burbarische Nanleil der von den Persern oder von 
slawischen Völkern entlehnten Kleidungsstücke finden sich bei den 
byzalltiniSßllell Schriftstellern. Auch die Eitelkeit der Despoten hatte 
auf die Tracht Einfluss; so schrieb Theophilus, weil er schwaches 
Haar hatte, auch dem Volke das lIIaass des I-Iaaxrwuchses bei Strafe 
vor. Theophan. cont. III. 17.
        

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