Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899669
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Das 
byzantinische 
Reich. 
Sie begnügten sich mit dem äussern Scheine eines un- 
tadelhaften Lebens, erfreuten sich an der schulgerechten 
Wissenschaft, der technisch geübten Kunst, an der 
Aeusserlichkeit des ererbten Rechts, an dem Mechanis- 
mus des Staatskörpers, den Regeln hergebrachter Höf- 
lichkeit und Sitte. Auch fehlte es nicht an manchen be- 
ruhigenden Erscheinungen im Einzelnen. Frömmigkeit und 
guter Wille, Tapferkeit und Klugheit, Hingebung der 
Beamten, Thätigkeit und Gewerbtleiss des Volkes sind 
auch jetzt noch gewöhnliche Eigenschaften. Auch er- 
scheinen nicht selten auf dem Throne und unter dem Volke 
achtungswerthe und selbst sehr kräftige und bedeutende 
Männer, kühne und kluge Kriegshelden, weise Gesetz- 
geber. WVenn dennoch auch durch die besten Regenten, 
durch die kräftigsten Mittel nichts bleibend Rettendes 
geschieht, so lernen wir daraus, dass Kraft und Willen 
der Einzelnen nichts fruchten, sobald der Geist der Hab- 
sucht und des Widerspruchs in den allgemeinen Institu- 
tionen sich eingenistet hat. 
Schon die Verbindung der altrömischen (Zivilisation 
mit dem Christenthume war also verderblich. Indessen 
kam auch noch ein neues Element hinzu, welches den 
Charakter des byzantinischen Reiches bestimmte. In der 
Völkermischung der römischen Welt hatte schon vor der 
Trennung beider Reiche das orientalische Element, 
dasselbe, welches die Griechen vom Trojanerkriege bis 
auf Alexander bekämpft und zurückgedrängt hatten, Ein- 
gang und weite Verbreitung in Europa gefunden. Nicht 
bloss in der Ueppigkeit des Mahls und der 'l'raeht, in 
knechtischer Gesinnung und despotischer Anmassung 
iräherterl sich die Nachkommen der Hellenen und der 
Quiriten den Unterthanen der orientalischen Herrscher,
        

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