Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899579
Historische 
Flinleitung. 
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alle Satzungen, alle Gefühle, alle Bestrebungen der Menge 
und der höher gestellten Geister nur auf äusseres Wohl, 
auf Ordnung, Sitte und Staat gerichtet waren, machte 
sieh jetzt eine ganz neue Rücksicht geltend, die alles 
Andere in den Hintergrund drängte, oder ihm doch eine 
andere Bedeutung und Stellung gab: der Gedanke einer 
höhern, geistigen Natur, welcher sich die äussere erst 
fügen und anhequemen muss. Die Aufgabe der christ- 
lichen Völker war daher keine geringere, als eine neue 
Welt, neue Sitten, neue V erhältnisse und Ansichten in 
allen Beziehungen zu erschaffen, eine Aufgabe welche 
nur nach unzähligen Versuchen, nur höchst allmälich zu 
lösen war. 
Durch Irrthiimer und Schwankungen müssen wir also 
die Jahrhunderte des christlichen Lebens begleiten, ohne 
den innern Faden zu verlieren, an dem ihre Entwickelung 
langsam vorwärts schreitet. Wie es wohl bei einem 
Menschen von grossen Anlagen und tiefem Sinne ge- 
schieht, dass eben diese Gaben ihm in seiner Jugend 
Irrungen und scheinbare Widersprüche zuziehen, so dass 
es uns schwer wird, in diesem Wechsel die innere Ein- 
heit zu erkennen; wie sich dann aber, weil wir schon 
oft fanden, dass eine solche da war, wo wir sie anfangs 
nicht vermutheten, ein fester Glaube an die innere 
Wrahrhaftigkeit seiner Natur bei uns bildet, so müssen 
wir auch die Geschichte der christlichen Zeiten gläubig 
betrachten, und können darauf rechnen, dass auch hier 
in dem scheinbar V erwickelten der einfache fortschreiten- 
de Gang sich entdecken lässt. 
Dieses gläubigen Vertrauens bedürfen wir gleich im 
Beginne der christlichen Geschichte, da wo wir sie im 
Zusammenhange mit dem V (in-hergehenden zunächst be- 
lli. 7
        

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