Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899562
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Byzantinische 
Kunst. 
tens, diesen Frommen aber das Wort der Schrift entge- 
genhalten, dass vor dem I-Ierrn die Jahrtausende wie 
ein Tag sind. 
In der 'l'hat haben beide Tadler selbst das einfachste 
Grundgesetz der göttlichen Weltregierung, der Geschichte 
nicht abgelernt. Durch alle Reiche der Natur geht das 
grosse Gesetz der Selbstentwickelung; alle Geschöpfe 
bilden und gestalten sich aus ihrem, eignen innern Wesen 
heraus. In der geistigen Schöpfung aber erscheint dies 
Gesetz in seiner höchsten Bestimmtheit. Gott Wollte es, 
dass die Menschen mit Freiheit sich zu ihm wendeten, 
dass der Keim, den Er in sie legte, mit eignem Triebe, 
in eignet Entfaltung ihm entgegenwachse. Darum cr- 
schien er nicht in der Glorie der Himmelssehaaren, gab 
die Offenbarung nicht von seinem höchsten sichtbaren 
Throne herab als überwältigendes Gesetz, sondern in der 
demüthigen Kneehtsgestalt als einfaches Wort mensch- 
lichen Klanges. Auch das Christenthum in seiner Be- 
ziehung auf das Ganze der Welt war nur ein Keim, der 
im dunkeln Schoosse der Erde reifen , dann die harte 
Oberfläche durchbrechen, und im Wechsel der Zeiten 
durch lange Jahrhunderte hindurch den Boden befruchten 
und umgestalten sollte; Das Gleichniss vom" Senfkorn 
gilt recht eigentlich für die äussere Geschichte. In der 
Verborgenheit der ersten Gemeinden konnten wir das 
stille, ungestörte Reifen des Keimes beobachten, als seine 
Sprösslinge an das Licht traten Wurden sie ein Spiel 
des Wetters und des Windes.  
Sollte das Christenthuln die Welt umgestalten, sq 
musste es auch mit allen weltlichen Mächten in Berührung 
treten, und diese konnte nicht ohne harten Kampf und 
innern Zwiespalt erfolgen. Während in der alten WVelt
        

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