Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899547
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Byzantinische 
Kunst. 
Reihe von Jahrhunderten, eine neue Ordnung der Dinge. 
Die Zeiten der verderblichen heidnischenTrrthümer jener 
alten Völker des Orients, die Zeiten der, wenn auch 
schönen doch immer sinnlichen Aeusserlichkeit der Grie- 
chen und Römer sind vorüber. Die Ilerrschaft desselben 
Gesetzes, dem auch wir folgen, desselben Glaubens, in 
dem wir unsre Beseligung finden, ist aufgerichtet. Wir 
bereiten uns, seine segensvolle"Wirksamkeit zu beobach- 
ten, wir erwarten, sie sogleich vernehmen zu müssen. 
Aber wir dürfen uns diesem Gefühle nicht zu sehr 
hingeben; so schnell, wie in poetischer Fietion, entwickeln 
sich die Dinge in der Wirklichkeit nicht, ein so scharfer 
Abschnitt entsteht auch hier nicht in dem Gange der 
Ereignisse. WVir bescheiden uns, dass die Geschichte 
des Christenthums in seiner äussern YVirkung nicht schon 
mit den Tagen beginnt, in welchen der Heiland auf 
der Erde wandelte. Wir begreifen, dass, so lange 
das Heidenthum noch die herrschende Macht war, die 
christliche Gesinnung sich nicht frei entfalten konnte. 
Aber schon innerhalb dieses Zeitraums erfreuten wir uns 
der Wirkungen dieses milden Geistes, die unter dem 
Druck feindlicher Gewalten so freundlich und liebenswür- 
dig in anspruchsloser Verborgenheit sich entwickelten. 
Nachdem nun Constautin sich der neuen Lehre günstig 
gezeigt, nachdem Julians leidenschaftliche Versuche zur 
Wiederbelebung des Heidenthums flüchtig und spurlos 
vorübergegangen waren, als an die Stelle der Verfolgung 
einstimmige und freudige Verehrung trat, Fürsten und 
Völker des weiten Römerreiches ihre Kniee vor dem 
Kreuze beugten, da schien der Augenblick gekommen, 
wo das reine, sorgsam gehütete Licht des Christenthums 
ilngehemnit die Welt durrhslrahlen und milde beleuchten
        

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