Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880930
Die 
Götter. 
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Indessen wird denn doch die Stellung 
Erhalter des Guten nicht verkannt: 
der 
Götter 
als 
XVird doch unter Sterblichen, 
Wer böser Art ist, von den Himmlischen geslraft; 
Ihr gabt Gesctü uns, wie geziemt es also eilch, 
Selbst auch, gesetzlos, unsre Schuld zu thcilen?  
 Noch weniger zeigt sich ein "ungläubiger Zweifel bei 
Aristophanes, so keck er mit dian Göttern verfährt; er 
spbttet mehr der Zweifler. Erst in der römischen Kai- 
serzeit kommt ein Spötter, wie Lucian, auf, der diese 
Götter wegen ihrer Uebelthaten mit Ironie behandelt. 
Man hat wohl vom christlichen Standpunkte aus, 
diese ruchlose Mythologie als ein Machwerls der Sünde 
behandelt, das von den Menschen erfunden sei, um ihre 
Laster zu entschuldigen. Offenbar mit grösstem Unrecht. 
Man kann es vielmehr umgekehrt als einen Beweis der 
Pietät betrachten, dass der fromme Sinn von der Ehr- 
furcht für die Götter so sehr durchdrungen war, dass er 
an diesen Mythen keinen Anstoss nahm, wie" auch der 
fromme Christ an Gottes Gerechtigkeit nicht zweifelt, 
wenn er sie auch nicht zu erkennen vermag. Gewiss ist 
es ein Beweis der Reinheit und Festigkeit des sittlichen 
Gefühls, wenn es auch ohne Gebot und ohne heiliges 
Beispiel sich so schön ausbildet. Dennoch darf nicht ver- 
kannt werden, dass die Sinnlichkeit der Religion, und 
selbst die Unabhängigkeit der Moral von ihr, obgleich die 
eigenthümliche Schönheit des griechischen Sinnes daraus 
hervorging, ein tiefer Mangel war, der auch für die Sitt- 
lichkeit selbst später die verderblichsten Folgen hatte 
und den schnellen Verfall des griechischen Volkes her- 
beiführte. Davon haben wir indessen an dieser Stelle noch 
nicht zu reden, 
freuen wollen. 
da 
wir 
noch 
des 
Aufschwungs 
llllS 
er
        

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