Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880872
Sittlichkeit. 
bloss das Hässliche, sondern auch das Alltägliche und 
Gemeine, das Zufällige und Unbedeutende, wenn es (lurch 
künstlerische Behandlung eine gewisse Weihe erhielt, 
war (lemgriechjsehen Gefühle verhasst, da es dem StreY 
ben ein niedriges Ziel gesetzt hätte. Daher verboten in 
manchen griechischen Staaten die Gesetze die Nachbil- 
dung andrer als schöner Menschen; daher verlangten die 
Philosophen, dass die Musiker unter Leitung der Staats- 
obern ständen, damit keiner neue '1'0nweisen erlinrle. M an 
sieht, dass hiedurch die Kunst einen ernsten Charakter 
erhalten musste. Das Wort unseres deutschen Dichters 
"Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst  hat wohl 
einen richtigen und anzuerkennenden Sinn, denn die Kunst 
ist frei von jenem trüben Ernst gemeiner YVii-klichkeit. 
VVollte man es aber so verstehen, dass der Kunst jede 
ernste Beziehung auf das Leben abgesprochen würde, 
so passte es wenigstens auf die Griechen nicht, ja es 
würde schon in Beziehung auf uns etwas Schielendes 
und Unwürtliges haben. Etwas Unwürtliges, denn in der 
Kunst ist auch bei uns ein religiöses und sittliehes Ele- 
ment, und daher ein würdigerer Ernst, als in den gemeinen 
Interessen des Lebens; etwas Sehielendes, denn die Kilnst 
wirkt immer auf die Gesinnung zurück und greift daher 
in den Ernst des Lebens ein. Bei den Griechen schwin- 
det dieser Gegensatz noch mehr. Das Leben ist selbst 
ein heiteres Bestreben nach Schönheit, nach einer Wohl- 
ordnung des Staates, nach eignet Schönheit des Körpers 
und der Seele, die Kunst ist nur eine reinere, strengere 
Auffassung dieses Lebens. 
Aus diesem regern Sehönheitsgefühle , aus dieser 
Scheu vor dem Vereinzelten und Zufälligen folgte denn, 
dass auch die nachbildenden Künste sich weniger als bei
        

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