Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880802
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Griechische 
Architektur. 
heiterer Anmuth, wie die hohen Götter und die wohlge- 
ZOgOIIOII Jünglinge, stehen diese Säulen, aber zugleich 
durch das Gesetz der Gleichheit innigst verbunden, und 
in jedem Gliede nur den Zweck aussprechend, dem 
Ganzen zu dienen, das schützende Dach zu tragen, die 
dunkle innere Einheit in ihrer vielgestaltigen Kraft zu 
vertreten. 
Die griechische Architektur ist die höchste und reinste 
Gestalt dieser Kunst, frei von allen symbolischen Be- 
ziehungen und von äusserlicheil Reminiscenzen, besonders 
aber auch Frei von der Bcfangenheit des Sinnes, der sich 
nicht über das sinnliche Leben zu reinem Elementen zu 
erheben vermag. Aber in dieser Reinheit ist sie wieder 
belebt und individuell, der griechischen Nationalität ent- 
sprechend, und zugleich bei allem Vorherrschen des bloss 
Baulichen und Zweckmässigen Wieder symbolisch, doch 
im höhern Sinne des Wortes, ein unbewusstes und un- 
willkürliches Abbild der tiefsten Anschauung des Volkes. 
Diese allgemeinen Andeutungen der Form und des 
Geistes der griechischen Architektur mögen für jetzt 
genügen; Einzelnes über den Entwickelungsgang dieser 
Kunst wird unten in der chronologisch geordneten Ge- 
schichte seine Stelle finden. Näher auf Details und 
Maassverhältnisse einzugehen, bleibt billig den Werken 
und Vorträgen, welche die Bildung des Architekten be- 
zwecken, fiberlassen. Andere Gattungen der Gebäude 
aufzuzählen, liegt ebenfalls ausser unserer Aufgabe. Einige 
derselben, die Theater und Odeen, die Gymnasien und 
Kampfplätze sind zwar allerdings interessant und wichtig, 
aber nicht durch die Bedeutsamkeit ihrer architektonischen
        

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