Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880760
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Griechische 
A rchitektur. 
Fuss , 
nicht 
mehr 
als 
manche 
Iläusex- 
UIISGTEI" 
Städte. 
Die asiatischen und besonders die sicilisehen Bauten geben 
zwar etwas grössere Verhältnisse, die aber immer bei 
weitem noch nicht an die Ausdehnung ägyptischer Tem- 
pel, gothischer Kirchen oder moderner Paläste reichen. 
Wenn es nun auch ein Beweis des reinen und zarten 
architektonischeniGefühls ist, dass man nur durch die 
Formen und Proportionen an sich , nicht durch ihre 
Grösse im Verhältniss zur äussern Natur wirkt, so kann 
diese Wirkung doch nur dann erreicht werden, wenn 
auch sonst alle Verhältnisse des Lebens diesen mässigen 
Charakter haben , wenn der Sinn nicht an das Mächtige, 
Hochstrebende gewöhnt ist. Jene griechische Ansicht 
der göttlichen und sonst höhern Dinge, welche alles 
unter gleichem Maassstabe betrachtet, in allem die X7e1ß 
wandtschaft mit dem Menschlichen auffasst, war daher 
nothwendig , um 
zu versenken. 
sich 
in 
diese 
Formen 
mit 
ganzer 
Seele 
Dahin gehört ferner der Mangel der Fenster, welcher 
der Säulenreihe und ihrem bewegten Wechsel den ein- 
fachen Hintergrund einer ungebrocllenen VVand gewährt. 
Sobald das Bedürfniss oder der Zufall vielfache Licht- 
Öffnungen nöthig macht, büsst der Portikus eine seiner 
wesentlichen Bedingungen ein, und mit ihm verlieren 
alle übrigen, wie wir sahen mit ihm so innig verwach- 
senen, Formen des griechischen Baues an ihrer Bedeutung. 
Wir werden daher am Schlusse unserer Betrachtung 
auf den Grundgedanken des griechischen Baues zurück- 
geführt, auf das 'l'empelhaus mit der Säulenhalle. Man 
kann fragen, welcher glückliche Umstand die Griechen 
auf diese Form geführt habe. Vitruv, der Römer, der 
Zeitgenosse des Augustus und des schon gesunkenen
        

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