Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880691
Tempelformexl. 
gewöhnlich nur vier, beim Peripteros sechs, beim Dip- 
teros oder Pseudodipteros acht oder gar zehn betrug. 
Der dorische Styl kennt in seiner friihern und bessern 
Zeit nur den ordentlichen und einfachen Peripteros und 
die einfachen Antentempel. Jene andern Gattungen kom- 
men hier anfangs nur ausnahmsweise , bei auch sonst 
aussergexiröhnlichen Bauten vor, und gehören überhaupt 
mehr den andern Stylarten und meistens der spätern römi- 
schen Zeit an Ü. Zu den seltenern Ordnungen gehören 
endlich auch die Rundtempel, bei denen man, von den 
gewöhnlichen , wo die runde Säulenhalle um eine runde 
Cella herumläuft (periptera), solche unterscheidet, wo 
das Dach bloss von einer Säulenstellung getragen wird, 
und also gar keine Cella (lnonoptera) und solche wo die 
Mauer Zwischen die Säulen gebaut ist, diese also Halb- 
Säule" werde" (Psclldoperiptera). Aus älterer griechi- 
scher Zeit werden manche runde Tempel genannt, in. 
dessen ist die Frage, ob sie mit Säulen umstellt waren, 
wenigstens sind Rundgebäude dorischen Styls nicht auf 
uns gekommen; auch die ionische Säule eignete sich 
wegen ihres viereckigen Kapitals nicht dazu, die korin- 
thische ist daher vorzugsweise dazu verwendet. Ueber- 
haupt scheinen sie in Italien häufiger als in Griechenland 
gewesen zu sein, namentlich wurde die italische Göttin 
Vesta meistens in runden Tempeln verehrt. 
Uebrigens linden wir in der Regel nicht, dass bei 
der Wahl der Tempelform eine Rücksicht auf den Cha- 
i) Der Riesenlempel des olympischen Jupiters zu Agrigent ist 
ein tierischer Pseudoperignteros (so "jedoch, dass auch auf der Rück- 
seite eine Halle von freistehenden Säulen und nur an den beiden 
langen Seiten Halbsäulen sind), das Telestoriiuil zu Eleusis gewis- 
sermnsseil, und entschieden der (spätere) Tempel der Blinerva Ar- 
chegetis zu Athen ein dorischcr Prostylos.
        

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