Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880556
Gebälk 
der 
dorischen 
Ordnung. 
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entweder bloss über den Triglyphen, häufig aber auch 
über den Metopen. Auch in diesem Falle haben sing aber 
nur die Breite der Triglypheil und es bleiben daher noch 
leere Zwischenräume, welche mit einer schmalen, nicht 
architektonischen Verzierung, einer Blume oder einem 
Donnerkeile, ausgefüllt sind. Wie die Triglyphen die 
verdoppelte Zahl der Säulen, haben sie denn also wieder 
die verdoppelte Zahl der Triglyphen und treten dadurch 
in ein regelmässiges Verhältniss zu beiden.  
Einer kleinen Unregelmässigkeit konnte übrigens auch 
dieser Styl nicht entgehen. Hätte man nämlich auch bei 
den Ecksäulen die 'l'riglyphe auf ihre Mitte gesetzt, so 
würde der Fries auf jeder Ecke mit einer halben Metope, 
also mit einer scheinbaren Leere und einer unvollendeten 
Gestalt geschlossen haben. An den Monumenten finden 
wir dies dadurch vermieden, dass man die letzte Trigly- 
phe über die Mitte der Säule hinaus ganz auf die Ecke 
setzte, und die daraus entstehende Unregelmässigkeit 
durch eine kleine Vergrösserung der beiden letzten Me- 
topen und durch Verminderung des Zwischenraumes zwi- 
schen den beiden letzten Säulen, gleichsam, um mich 
eines musikalischen Ausdrucks zu bedienen, durch eine 
schwebende Stimmung, unbemerkbar machte. 
Diese Ausstattung des Gebälks, wie wir sie eben 
beschrieben, ist so ernst und bedeutsam, dass man nicht 
umhin kann, nach dem Grunde des Gesetzes ,raus dem 
sie hervorgegangen, zu fragen. In der That finden wir 
auch schon bei den alten Schriftstellern eine Erklärung 
gegeben , Welche jedenfalls nicht ganz zu verwerfen 
scheint, und der auch manche Neuern entschieden anhän- 
gen. Man glaubt nämlich hier die Formen zu sehen, 
welche sich aus Rücksichten der Construction gebildet
        

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