Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885416
Ihr 
endlicher 
Verfall. 
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aus dem sie hervorgegangen. Es war zwar nicht mehr, 
wie bei den ältern Völkern, die einseitige, begränzte 
Natur eines bestimmten Landes; diese Schranken waren 
für immer gebrochen, die freie, allgemeine geistige Bil- 
dung bezog sich auch auf eine allgemeine Natur. Aber 
mit dieser war sie auch verwachsen, ein sinnliches Ge- 
präge haftete noch an ihren geistigen Leistungen. Dies 
war der Keim des Verderbens, an dem diese erste grosse 
Erscheinung menschlicher Freiheit sterben musste. 
Ueberall in der geistigen wie in der leiblichen Schöp- 
fung entwickelt sich höheres Leben aus dem Untergange 
geringerer Geschöpfe; die Jahrhunderte der Geschichte 
reihen sich an einander wie die Ringe einer Kette, der 
eine muss" sich bis zu dem Punkte neigen, wo der an- 
dere beginnen kann. Die höhere Stufe , welche die 
Menschheit jetzt beschreiten sollte, lag weit über der 
frühern, sie war mühsam. und schwer zu erreichen. Da- 
her dieses lange Beharren , dieser langsame Verfall. 
Bisher haben wir nur die ersten Zeichen dieses Verfalls 
gesehen, von jetzt an erst greift er mehr um sich; aber 
schon in diesem Auflösungsprocesse erheben sich die 
Keime eines neuen Lebens , jenes Sinken und dieses 
Aufsteigen sind nur zwei Seiten einer und derselben 
Blrscheinung. Höchst augenscheinlich zeigt sich dies in 
den Gestaltungen der bildenden Kunst. Aber eben des- 
halb, weil beides so eng verbunden, müssen wir auch 
die Darstellung dieses Herganges, den weiter fortschrei- 
tenden Verfall der heidnischen, die ersten Richtungen 
der christlichen Kunst, dem folgenden Bande, welcher 
der Kunst in den Zeiten des "Christcnthums gewidmet 
ist 2 
vorbehalten.
        

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