Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885390
Ihre 
lange 
Dauer. 
531 
Denn auch bei den Künsten der Rede haben 
rioden fast dieselben Gränzen. Auch hier nach 
die Pe- 
Homer 
ein langer Stillstand, dann in rascher Folge Pindar, 
Aeschylus, Sophokles und Euripides, die unter sich so 
verschieden sind und deren Namen doch in der Folgezeit 
unübertroffen bleiben. Von nun an aber Wieder eine lange 
Periode der Nachahmung von Griechen und Römern. 
Denn auch hier schlossen sich die Römer unbedingt an 
die Griechen an, obgleich in der Poesie, schon durch 
die Sprache, das nationale Element noch entscheidender 
ist, und obgleich in dieser geistigem Kunst die Aus- 
führung sich nicht so scharf von der Erfindung sondert 
und eine Ueberlieferung der Technik nicht in dem Grade 
möglich ist. 
Auch hier finden wir die Geschichte der Kunst im 
Einklange mit dem Entwickelungsgange der Sitte. Die 
Sitte war ebenfalls nicht mehr so wandelbar wie früher. 
Die Stürme der Demokratie regen das Leben bis in 
seine untersten Tiefen auf; seitdem die Herrschaft auf 
Einen übergegangen War, trafen die gewaltsamen Ver- 
änderungen nur einzelne Personen, nicht das Volk. Grie- 
chische Humanität und griechische Weisheit beherrsch- 
ten auch das Leben der Römer, bis mehr und inehr neue 
Rücksichten eintraten und das ganze Gebäude der alten 
XVelt untergraben. 
Vergleichen wir aber dieses späte Beharren der 
Sitte und Kunst mit der ähnlichen Dauerbarkeit der frü- 
hern Zeit, so zeigt sich ein gewaltiger Unterschied. Bei 
den Aegyptern und den andern ältern Völkern sind beide 
eng an die Nationalität gebunden, sie sind gleichbleibend 
wie die Natur und weil die Natur es ist. Auch bei den 
ältcrn Griechen ist es ähnlich. Aber während bei jenen 
34'
        

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