Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885371
Ihre 
lange 
Dauer. 
529 
Es war eine Thcilung der Arbeiten eingetreten, wel- 
che den Römern alles Weltliche und Praktische, den 
Griechen das Theoretische, die WVissenschaft und die 
Kunst zuwies, und diesen gestattete ihre ganze Kraft 
hierauf zu verwenden. Hiedurch war denn die Kunst in 
eine Lage gebracht, Welche grosse Veränderungen nicht 
znliess oder doch nicht beförderte. Jener rasche Wech- 
sel des Styls auf der höchsten Stufe griechischer Kunst 
war eine Wirkung und eine begleitende Erscheinung der 
durchgreifenden Umgestaltungen gewesen , welche das 
sittliche und politische Wesen erfuhr. Die Kunst war 
damals nicht eine vereinzelte Thätigkeit, sie war eine 
sittliche Macht, der Mittelpunkt aller Bestrebungen; sie 
wurde daher von der innern Triebkraft des Geistes fort- 
gerissen und alle Gestalten, welche derselbe annahm, 
spiegelten sich in ihr ab. Dies Band war jetzt gelöst; 
die Kunst stand selbstständig und allein, das politische 
Leben bewegte sich in einem andern Kreise; sie war 
daher solchem Wechsel nicht unterworfen. 
Schon am Schlusse der griechischen Geschichte be- 
trachteten wir die ungleiche Dauer der Epochen; zuerst 
das lange Beharren der frühesten Kunst, dann die rasche 
Folge verschiedener Formen des schönen Styls, wo im- 
mer eine die andere verdrängte, endlich wieder die an- 
haltende Periode des alexandrinischen Zeitalters. Jetzt 
gestaltet sich dies noch viel auffallender; die lange Linie 
des letzten Abschnittes verlängert sich noch viel mehr, 
sie geht bis auf die Zeit nach Iladrian, vier bis fünf 
Jahrhunderte hindurch. Diese letzte griechische Kunst 
scheint unvergänglich zu sein, denn selbst da weicht sie 
nicht einer neuen Kunstweise, sondern wird nur durch 
Sorglosigkeit und Mangel an Theilnahme träger und 
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