Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885359
Ihre 
welthistorische 
Bedeutung. 
5.27 
Allseitigkeit und Selbstständigkeit aus, so dass sie nun 
vollbracht und ein Gemeingut aller Völker wurde; aber 
sie konnten dies nicht ahnen, sie waren wie alle frühern 
Völker von Vaterländischen und religiösen Gefühlen dabei 
geleitet. Nur durch eine Uebersicht der ganzen Kunst- 
schöpfung der Griechen , für welche ihnen selbst der 
Standpunkt fehlte, konnte man die innere Totalität der- 
selben gewahr werden. Dem praktischen Sinne der Rö- 
mer entging sie nicht; sie gaben es auf, die Kunst aufs 
Neue zu schaffen, da sie schon vollendet war. Aber 
ihnen fehlte die ideale und philosophische Richtung zu 
sehr, um sich darüber klar zu werden; die völlige Ein- 
sicht dieses Zusammenhanges sollte erst sehr viel später 
erlangt Werden.  
Wenn aber auch für die Kunst diese Selbstständig- 
keit ein zweideutiger Vortheil ist , so ist sie für die 
Menschheit im Ganzen ein entschiedener Gewinn. Alle 
geistigen Functionen lösten sich dadurch von einander 
und schieden die fremdartigen Elemente aus, mit denen 
sie bisher gemischt waren. Indem die Kunst sich voll- 
ständig ausbildete, zog sie die sinnlichen Bestandtheile 
an sich, welche bisher auch die Religion und Wissen- 
schaft getrübt hatten; das geistige Leben der Mensch- 
heit trat in diesen drei Formen vollständig hervor und 
stellte sich dem Naturleben entgegen. Daher verschwand 
denn nun auch die feindliche Trennung der Völker, und 
die allgemeine Verbindung des menschlichen Geschlechts 
wurde wenigstens als eine mögliche und als endliche 
Bestimmung angedeutet. Das römische Reich hat dadurch 
eine heilige Bedeutung in denweltgeschichte, dass es, 
wenn gleich auf äusserliche Weise, nicht ohne Unter- 
drückung und Willkür, zuerst diese Einheit der Völker
        

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