Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885321
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Römische 
Kunst. 
seine 
welthistorische Bedeutsamkeit. 
Dies 
verdient 
noch 
eine kurze Betrachtung. 
Ebenso wie in der 
Kunst 
bildenden 
verhielten 
sich 
die 
Römer 
in 
allen 
andern 
Künsten. 
Werfen 
wir 
einen 
Blick auf die römische Poesie, so finden wir hier wie 
dort ein entschiedenes Nachahmen griechischer Formen 
und ein fast unbemerktes Beibehalten vereinzelter itali- 
scher Eigenthümliohkeiten. Wie die Säulenordnungen in 
der Architektur nahm man die Versmaasse, mehr oder 
weniger gegen den Geist der römischen Sprache, bald 
auch die Dichtungsarten der Griechen in Rom auf. Auch 
war der Erfolg derselbe; die Dichtungen strengen, idealen 
Styls, das" heroische Epos, die 'l'ragödie, blieben immer- 
hi-n weit hinter den griechischen Vorbildern zurück, 
obgleich sie in Einzelheiten, in der verständig festen 
Structur und in der Mannigfaltigkeit von Gedanken und 
Bildern manches Verdienstliche haben. In der Anmuth 
"der Idylle, im mannhaften Pathos der Ode mischt sich 
schon das eigenthümlich Römische auf vortheilhaftere 
Weise ein. Besonders aber in den Gattungen, wo die 
Wirklichkeit mit porträtartiger Wahrheit und persönlicher 
Wärme behandelt wird, wo die sittliche Strenge und 
der leichte Scherz sich geltend machen, wo die Ironie 
spielt, die immer hervortritt, wenn die gemeine Natur 
in der idealen Form der Kunst behandelt wird, sind die 
römischen Dichter selbstständig und vortrefflich. Wir 
haben also wesentlich dasselbe Resultat wie in der. bil- 
denden Kunst. Auch in der Musik scheint, so viel wir 
nach den dürftigen Nachrichten urtheilen können, das- 
selbe Verliältniss stattgefunden zu haben; auch hier 
linden wir Tonweisen und Kunstwörter griechisch und 
das Selbstgefühl einer eigenen Richtung wird nirgends
        

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