Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885312
Schlussbetrachtung. 
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auf die Anmuth des häuslichen Lebens, auf das heitere 
Spiel der Arabesken mag durch die Eigenthülnlichkeit 
des römischen Geistes bedingt sein, wiewohl doch auch 
hier die Griechen der spätem Zeit ihnen schon voraus- 
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Schlussbetrachtung. 
Es war eine unerfreuliche Aufgabe, die römische 
Kunst zu schildern, unerfreulich in Beziehung auf das 
Volk, weil es in andern Gebieten Bedeutenderes geleistet 
hat, weil wir einen achtbaren Charakter hier auf seiner 
schwachen Seite betrachten mussten, und unerfreulich in 
Beziehung auf die Kunst selbst. Denn sie ist hier weder 
so gesunken und vernachlässigt, um unsere Blicke abzu- 
stossen, noch so begeistert und anregend, um sie kräftig 
an sich zu ziehen. Sie hat die jugendliche Gluth ein- 
gebüsst, sie ist verständig und nüchtern geworden, von 
ihrer idealen Hoheit herabgesunken. Ein bürgerlich ehr- 
barer Sinn, die Naturtreue des Porträts, der anmuthige 
leichte Scherz, und eine verständig ernste aber keines- 
weges harmonisch edle Behandlung der architektonischen 
Formen ist alles, was wir von ihr rühmen können. Wäh- 
rend wir von der Kunst die Erlösung aus der Noth und 
Schwäche der Wirklichkeit verlangen, werden wir hier 
zu ihr zurückgeführt, durch bedingte Wahrheit und durch 
sinnliche Anmuth nur vorübergehend berührt. So ist der 
unmittelbare Gewinn, den die Kunst durch dieses Volk 
erhielt, kein sehr bedeutender. Wohl aber ist ein mit- 
telbarer vorhanden, welcher nicht gering zu schätzen ist; 
auch auf diesem Felde bewährte das römische Volk
        

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