Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885248
516 
Römische 
Malerei. 
Jene Ahnenbilder , die man in den Vor-hallen adeliger 
Häuser aufstellte, waren zwar meistens in Wachs ge- 
formt; indessen geht schon aus einer Stelle des Plinius 
hervor, dass man auch gemalte Porträts, zugleich mit 
gemalten Darstellungen besiegter Völker und anderer 
auf den Ruhm eines der Vorfahren bezüglichen Gegen- 
stände in den Häusern aufbewahrte. XVenn auch diese 
Bilder keine grossen Vorzüge besassen, so mochte eine 
so anwendbare Kunst doch in den Augen der Römer 
ehrenvoller erscheinen. Dies wird Wenigstens dadurch 
bestätigt, dass, Während kein einziger römischer Nalne 
unter den Bildhauern vorkommt, eine Reihe solcher unter 
den Malern erwähnt istü"). Schon frühe (um das Jahr der 
Stadt 450) zeichnete sich ein edler Römer, aus dem Ge- 
schlechte der Fabier, durch seine Kunst so aus, dass 
seine Nachkommen den Beinamen Pictor führten; ein 
Tempel der Salus war von ihm gemalt. Auch der Dichter 
Pacuvius malte für einen Tempel. Kurz vor August lebte 
Arellius, an dem Plinius rügt, dass er unter dem Namen 
der Göttinnen stets irgend eine Geliebte gemalt habe 5 
fast gleichzeitig Ludius, von dem wir nacher noch spre- 
chen werden. Amulius , der mit römischer Gravität immer 
in der Toga arbeitete, war von Nero so in Anspruch 
genommen, dass der Geschichtschreiber das goldne Haus 
sein Gefängniss nennt. Unter Vespasian waren Cornelius 
Pinus und Actius Priseus angesehene Maler, von denen 
der letzte sich am meisten den Alten näherte. Sie alle 
sprochenen Stelle erzählt nämlich Plin. a. a. 0., dass der bedeutende 
und fruchtbare Schriftsteller Marcus Varro (Cicerrfs Zeitgenosse) 
seinen Werken 700 Bildnisse (aliquo mndo imagines) berühmter Män- 
ner hinzugefiigt habe. Worin dieses vhenignissimum inventumß wie 
Pliuius es nennt, eigentlich bestanden, ist freilich völlig unbekannt. 
i") Plin. XXXV. c. 7. und c. 37.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.