Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885131
Reliefstyl. 
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einzeln und in ruhiger Haltung, die Stiere ganz im Profil, 
die menschlichen Gestalten dagegen meistens, ohne dass 
man den Grund ersieht, mehr nach vorn gewendet. Auf 
den innern Wänden des Bogens, wo der Triumphzug 
selbst, der Kaiser auf seiner Quadriga, die 'l'räger mit 
dem erbeuteten Geräthe des Tempels von Jerusalem, ab- 
gebildet ist, finden wir schon die Eigcnthümlichkeiteil 
des römischen Styls , heftige Bewegungen , unruhiges 
Gedränge, geringere Schönheit der Linien, aber alles 
dieses noch mässig. Die Ueberreste am Forum des N erva 
und die Medaillons, welche von dem 'l'riumphbogen des 
Trajan an den des Constantin übergegangen sind, zeigen 
einen ähnlichen, immer noch edeln Styl. Dagegen tritt 
das Charakteristische der römischen Weise an den um- 
fassenden Sculpturen der Trajanssäule schon stärker her- 
vor, obgleich ihre Form grade diese Eigenthümlichkeiten 
nicht begünstigte. Sie geben den Hergang sehr lebendig 
und verständlich, Gestalten und Bewegung sind charak- 
teristisch und ungekünstelt, bei einzelnen ist sogar die 
Innigkeit des Ausdrucks gelungen. Aber von jener grie- 
chischen Idealität ist jede Spur verschwunden, und die 
Anordnung geht oft weit in den Hintergrund, sie erhebt 
sich nach einer unausgebilileten Pcrspective. Es ist dies 
hier indessen weniger störend, weil es dem Darsteller 
offenbar mehr auf Wahrheit als auf Schönheit ankam; 
die Kriegsthateil seines Helden bedrängen ihn, er hilft 
sich so gut er vermag. 
Völlig ausgebildet ist das Prineip des römischen 
lleliefstyls auf den bekannten in so grosser Menge auf 
uns gelangten Sarkopha gen. Die meisten derselben sind 
allerdings nicht von bedeutendem Kunstwerthe, sie ver- 
clankten mehr der Pietät und der Sitte als der Kunstliebe
        

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