Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884997
Idealstatuexz. 
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Verbindung des Ernsten und Lieblichen, die Harmonie 
aller Theile machen sie zu einem Gegenstande verdienter 
Bewunderung, und wir würden, wenn nicht jene histori- 
schen Daten entgegenständen , kein Bedenken tragen , 
sie wenigstens der alexandrinischen Periode griechischer 
Kunst zuzuschreiben. Auch andre unzweifelhaft römische 
Sculpturen, manche Porträtstatuen, von denen noch zu 
sprechen ist, einige Darstellungen der Romaf) sind noch 
von gleicher Bedeutung. Dies erregt denn bei vielen 
Statuen Zweifel, ob sie nicht auch der römischen Epoche 
angehören. Einige sehr angesehene Alterthumsforscher 
wollen sogar den Apoll von Belvedere, die Laokoons- 
grnppe und den berühmten Torso des Vatican dahin zäh- 
len, die wir schon früher erwähnt haben"). Wenn wir 
aber auch bei diesen ausgezeichneten Werken den frühem 
Ursprung als wahrscheinlich annehmen, so mag vielleicht 
die Diana mit der Hindin im Pariser Museum (die s. g. 
Diana von Versailles) für ein Werk römischer Zeit zu 
halten sein, da sie in graziöser, aber theatralischer Le- 
bendigkeit den vaticanisehen Apoll noch übertrißt und 
in der Ausführung ihm nachsteht, und da wir eine ganz 
ähnliche Darstellung dieser Göttin auf einer Münze des 
Nerva finden, welche auf eine kurz vorher unter diesem 
Kaiser geweihete Bildsäule gedeutet werden kann. Gewiss 
darf man daher vermuthen, dass noch viele Statuen und 
4') Eine schöne Büste im BIuseum zu Paris. 
w) Besonders Thiersch Epochen S. 310. 1T. Ueber die Unzu- 
verlässigkeit der aus dem Auflimtuiagsorte gezogenen Schlüsse sprach 
ich schon früher. Die aus dem Style entnommenen dürften aber bei 
allen oben genannten Werken auf eine frühere Zeit deuten. Am 
Hattbarsten scheint noch das aus den Buchstaben der Inschrift am 
Torso entstehende Argument, indessen ist auch dies nicht von aner- 
kannter Zuverlässigkeit.
        

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