Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884753
Wohngebäude. 
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umfassende Räume füglich anders decken, wie ihnen die 
luftige Höhe, deren überfüllte Baderäume bedurften, an- 
ders gewähren sollen.  
Die Geschichte der römischen Privatgebäude ist 
die Geschichte des römischen Luxus. In früher republi- 
kaniseher Zeit setzte auch hier der Censor der Ueppigkeit 
Schranken; noch im ersten Viertel des siebenten Jahr- 
hunderts der Stadt ward ein edler Römer wegen eines 
(nach spätem Verhältnissen sehr mässigen) Preises, den 
er für den Bau seines Hauses gezahlt hatte, zur Ver- 
antwortung gezogen. Auch hier aber, wie. gewöhnlich, 
war das Verbot nur ein Zeichen der Hinneigung zum 
Ueberschreiten; denn bald überstieg der Luxus der Bau- 
ten, die Verschwendung in kostbaren lllarmorarten, die 
raffinirte Ueppigkeit in Bequemlichkeiten und Annehm- 
lichkeiten aller Art selbst die weitesten Schranken. Vor 
allem wurden die Landhäuser, mit denen die römischen 
Reichen die nahen Gebirge und die reizenden Küsten 
von Bajae und Neapel bedeckten, ja die sich bald zum 
grosscn Nachtheil der Bevölkerung über ganz Italien 
verbreiteten, "der Gegenstand der zügellosesten Ver- 
sclnvendung. Schon Horaz schildert es eindringlich, wie 
diese Gartcnlust das Meer von seinem alten Ufer zu- 
rückdräugt, wie sie den dürftigen Nachbarn verdrängt, 
dass er mit seinen Hausgöttern und seinen nackten Kin- 
dern die Ferne suchen muss. Die Baulast wurde wie 
zur ansteckenden Krankheit; Cicero , der doch selbst 
über diesen Luxus gelegentlich {eifert und dessen Ver- 
mögensuinstände nach dem Maassstabe Roms keinesweges 
glänzend waren, unterhält uns in seinen Briefen bestän 
dig von neuen Bauten auf seinen Landgütcrn und in der 
Stadt. Und dennoch muss sein Aufwand hinter dem sles
        

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