Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884713
Theater 
und 
Amphitheater. 
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geschlossener Mauer und korinthischexi Pilastern. Es ist 
die mächtigste Ruine des römischen Alterthums, ein nicht 
unwürdiges Bild römischer Grösse und Tüchtigkeit. Unter 
den weit vorgestreckten Sitzreihen ziehen sich labyrin- 
thisch die gewölbten Gänge und Treppen, theils wohl- 
erhalten, theils in 'l'rümmern, deren WVölbungen ohne 
Pfeiler in einzelnen Steinmasseil herabhängen. Die Kraft 
der Structur, die Fülle und die Zweckmässigkeit der 
Mittel, die Sorgfalt der Begründung erregen unser Stau- 
nen, und werden durch die Spuren der Jahrhunderte, 
welche darüber hingingen, noch impönirender. Höchst 
bedeutsam ist dann auch der Anblick der innern Stufen 
in ihrem gleichmässigen Aufsteigen, in der gewaltigen 
schön geschwungenen Linie. Wir sehen das Bild einer 
grossartigen Ordnung, den Ausdruck dieses gebieterischen 
Wesens, welches das Nothwendige mit Würde und mit 
der Consequenz des Regelmässigen durchführt; eine 
grandiose Einheit, welche schön zu nennen ist, weil hier, 
wo die Anmuth des Individuellen nicht erfordert wird, 
die consequente Durchführung des Nützlichen zur Schön- 
heit wird. 
Eine andre Klasse wichtiger öffentlicher Gebäude bei 
den Römern Waren die Bäder. Lauwarme Bäder gehör- 
ten bei den Alten zu den unentbehrlichen Lebensbedürf- 
nissen; schon im Homer wird jeder Fremdling bei seiner 
Ankunft in einem gastlichen Hause alsbald in das Bad 
geführt. Die Einrichtung öffentlicher Anlagen für diesen 
Zweck trat indessen bei den Hellenen erst später ein, 
in Folge der Anlage der Gymnasien. Man bestimmte 
nämlich gewisse Plätze für die Leibesübungen der Jugend, 
zunächst im Freien, dann auch wohl mit Säulengängen 
zum Gebrauch der Ringer bei stürmischem Wetter und
        

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