Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884622
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Römische 
Architektur. 
wir kennen sie durch eine 
unter den Kaisern machte 
antike Nachbildung. Später 
man solche Ehrensäulen in 
kolossalem Maassstabe, thurmartig emporragend; die 
Form der Bogen war erschöpft, zugleich aber bot die 
Gestalt der Säule eine, freilich für das künstlerische 
Gefühl sehr ungünstige, der Sehmeichelei aber willkom- 
mene Gelegenheit dar, in den fortlaufenden, um den gan- 
zen Stamm sich herumwindenden Reliefs die 'l'haten eines 
Feldzug-s in vollem Zusammenhange mit ermüdender Be- 
harrliehkeit darzustellen. Von dieser Art sind die in 
Rom erhaltenen Säulen des Trajan (92 Fuss hoch) und 
des Marc Aurelik), so wie die des Antoniu, von der nur 
noch das marmorne Postament erhalten ist, endlich die 
Säule des Theodosius in Constantinopel, von der jedoch 
auch nur noch Fragmente existiren. Die s. g. Nadel der 
Cleopatra in Alexandrien in Aegypten, eine Ehrensäule 
Diocletiaixs, ist ohne Bildwerk und besteht aus einem 
riesigen Granitstamme, im Vaterlande der Obelisken eine 
römische Umbildung dieses Steinluxus. Der Gedanke, 
die Säule als Denkmal in so kolossaler Grösse zu ge- 
brauchen, ist keinesweges ein -glücklicher zu nennen. 
Die Säule ist zwar das selbstständigste Glied des Ge- 
bäudes, aber doch nicht selbstständig genug, um wirklich 
allein zu stehen. Ihr einseitiges Aufstreben ruft das Be- 
dürfniss einer horizontalen, ruhigen Lagerung dringend 
 Denn diesem Kaiser war die noch erhaltene Säule auf der 
Piazza colonna in der Nähe des Corso in Rom gewidmet, nicht dem 
Antoninus Pius, wie man früher meinte, und nach dem sie noch jetzt 
gewöhnlich genannt. wird. Sie ist etwas kleiner als die Trajanssäule. 
Die Säule des Antoninus Pius wurde im Jahre 1724 ausgegraben; 
man beabsichtigte sie wieder aufzurichten, begnügte sich aber end- 
lich, da dies misslang, das Postament im vaticanischen Garten auf- 
zustellen. Beschr. Roms. Th. II. Abth. I. S. 388.
        

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