Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884557
Basiliken. 
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mit zwei übereinander gestellten Säulenreihen bis zur 
Bedachung sich erhob. Diese Einrichtung diente zur Ver- 
grösserung des Raumes und erleichterte das Auffinden 
bestimmter Personen unter der umherwogenden Menge , 
war mithin für eine Börse sehr zweckmässig. Anfangs 
bestand dieser Portikus höchst Wahrscheinlich aus einer 
doppelten Säulenreihe und war mithin nach allen Seiten 
offen, Wodurch der Zugang und die Bewegung der Ge- 
schäftstrcibenden erleichtert und das Innerie auf die ein- 
fachste 
Weise 
beleuchtet 
wurde "Ü- 
Bald 
aber 
fand man 
einen solchen ohern Umgang mit einer zweiten Säulenreihe hatte. 
Dies glich also, fügt er hinzu, einer Basilika, nicht einem korinlthi- 
sehen Speisesaale. 
d) Gewöhnlich nimmt man an, dass die Basiliken gleich anfangs 
von Wänden umschlossen gewesen, und diese Ansicht hat zunächst. 
die Anwendung des Namens auf die christlichen Kirchen, dann auch 
die Beschreibung der Basilika zu Fano bei Vitrnv für sich, welche 
offenbar solche Wände voraussetzt, wobei es denn auffällt, dass der 
Architekt diesen Unterschied oilener und geschlossener Basiliken nicht 
geltend macht, Indessen ist dieser Grund doch nicht ausreichend. 
Die Regel, mit welcher Vitruv den Abschnitt von den Basiliken er- 
ülfnet, dass man sie an der wärmsten Stelle des Forums anlegen 
müsse, damit die Katiflente sich im Winter ohne Beschwerde darin 
aufhalten könnten, scheint eher auf offene Hallen als auf geschlossene 
Gebäude bezogen werden zu müssen, welche im südlichen Klima bei 
einer zahlreichen Menge ohnehin warm genug gewesen wären. Ferner 
zeigt eine Münze des Lepidns die Basilica Aemilia deutlich als offen, 
indem die beiden Stockwerke der Säulen mit dem Gebälk und seiner 
Verzierung zwischen beiden und dem schrägen Dach darüber sichtbar 
sind, eine Darstellung, die nicht wohl erklärbar wäre, wenn die 
Dachschräge sich auf feste Mauern gelehnt hätte. Der antike Plan 
von Rom , dessen unschätzbare Fragmente im Capitol bewahrt 
werden, zeigt bei dieser Basilika. doppelte Säulenreihen und keine 
Mauer, weshalb auch die gewöhnliche Annahme, dass sie fünfschitfig 
gewesen, nicht begründet ist. Ebenso ist die Basilica Julia auf 
diesem Plane mit Strichen eingefasst, welche wenn auch nicht auf 
Säulenreihen doch auf eine otfene Bogenstellung hinweisen (v. Qnast 
Kunstbl. 1843. S. 177). Endlich der griech. Name Stoa deutet auf
        

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