Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884485
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Römische 
Architektur. 
ist. Auch im Innern ist dies bemerklich , indem die 
Nischen der Wand mit ihren Säulen einen kleinlichen 
und unvortheilhaften Eindruck hinterlassen. Man hat 
deshalb vermuthet, dass sie nicht dem ursprünglichen 
Plan angehörig, sondern später hinzugefügt seien; allein, 
wenn das auch richtig wäre, eine befriedigende Belebung 
und Gliederung der Wände hätte sich nicht finden 
lassen. Neben der vorherrschenden Kugelgestalt musste 
alles Einzelne unbedeutend und überflüssig, als müssigcr 
Zusatz erscheinen , wie wir schon die Vorhalle zwar 
nothwendig, aber dennoch störend fanden. Es liegt dies 
aber nicht bloss in der Verbindung der griechischen 
Formen mit dem ihnen fremdartigcn Wölbungsprincip, 
sondern besonders in der Art wie das Princip des Rund- 
baues hier aufgefasst war; darin dass man es auf die 
Kugelform, auf die abstracteste und in sich abgeschlos- 
senste Form zurück führte. Auf dem Papier oder für 
ein verständiges Raisonnement erscheinen diese einfach- 
sten regelmässigsteia Formen sehr wichtig und schön, in 
der lebendigen Anschauung werden wir uns aber eines 
andern bewusst. Der Eindruck, den das Pantheon in der 
Wirklichkeit hervorbringt, ist gewiss ein grossartiger, 
aber keinesweges ein unbedingt erfreulicher. Dieser weite 
Raum, der sich über uns wölbt wie der Himmel aber 
ohne den Lebensathem der Natur und ohne den Hauch 
göttlicher Liebe, erscheint kalt und verlassen, wir können 
ihn bewundern, aber wir empfinden nicht die wohlthätige 
Wärme, mit welcher der Anblick der Schönheit unser 
Wesen erfüllt. Ich glaube wohl, dass dies Gefühl der 
Entbehrung bei uns mit christlichen Anforderungen zu- 
sammenhängt, aber gewiss nur mit solchen, die in der 
menschlichen Natur allgemein begründet, durch das
        

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