Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884459
Das 
Pantheon. 
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Unternehmen, das auch auf das Grossartigste ausgeführt 
wurde. Ob der Name „Pantheon" dem Gebäude gleich 
anfangs oder erst später beigelegt, ist ungewiss, doch 
rührt er aus römischer Zeit her. Die Verbindung einer 
grössern Mehrzahl von Gottheiten in einem Tempelhause, 
vielleicht auch (durch eine unbewusste Gedankenverbin- 
dung) der Eindruck der grandiosen Kuppel, die sich wie 
das Himmelsgewölbe über die Erde weit und gross über 
das Innere erhebt, mochten diesen anfangs wahrscheinlich 
nicht officiellen Namen in Umlauf gebracht haben. Durch 
Abbildungen und selbst Nachahmungen ist das Gebäude 
so wohl bekannt, dass eine kurze Schilderung es der 
Phantasie gegenwärtig machen wird. Die Construction 
ist höchst einfach. Ueber einer kreisrunden Mauer von 
gewaltiger Stärke erhebt sich ein Kuppelgebäude in Form 
einer halben Kugel. Die Mauer, auf welcher diese Kup- 
pel ruht, ist eben so hoch als sie selbst; die Höhe des 
ganzen Gebäudes ist also dem Durchmesser des untern 
Rundbaues völlig gleich. Der Rundbau und die Kuppel 
bilden der Höhe nach gleiche Hälften des Ganzen. Es 
kann nichts Regelmässigeres und Einfacheres gedacht 
werden, und eben durch diese einfache Regelmässigkeit 
macht das weitgespannte freie Gewölbe eine gewaltige 
Wirkung, und erinnert nothwendig an den grandiosen 
Anblick des Firmaments. Die Wand des Rundbaues ist 
im Innern durch acht, in der Dicke der Mauer angebrachte 
und von Wandpfeilem eingefasste Nischen getheilt, von 
denen eine diewEingangsthür bildet, die andern sieben 
jede ein Götterbild enthielten. Die Nische der Thüre 
und die gegenüberliegende sind mit einem Rundbogen 
gedeckt, welcher das Gebälk durchbricht und in die Attika 
einschneidet, während über den sechs andern Gebälk und
        

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