Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884448
436 
Römische 
Architektur. 
ist nicht auf uns gekommen, auch wurde diese Form 
gewiss nur bei kleinern Monumenten angewendet, Mit 
Säulen umstellte Rundtempel linden wir in Rom und in 
Tivoli, hier mit achtzehn, dort mit zwanzig korinthischen 
Säulen; beide sollen der Vesta gewidmet gewesen sein. 
Der Tempel von Tivoli ist von gefälligen, edlen Formen, 
der römische macht einen weniger günstigen Eindruck; 
die Wölbung ist an beiden nicht erhalten. Rundgebäilde 
ohne Säulen kennen wir zwar auch nicht in grosser An- 
zahl, dagegen gehört das bedeutendste und schönste 
Monument römischer Architektur zu dieser "Klasse. Es ist 
das berühmte Pantheon.  
Marcus Agrippa, bekanntlich der Freund und 'l'och- 
termann des August, erhielt von diesem die Erlaubniss 
oder den Auftrag, die Stadt mit den prachtvollsten Bau- 
ten zu schmücken, namentlich auch mit grossen öffent- 
lichen Bädern. Mit diesen stand denn das Pantheon in 
Verbindungg). Als 'l'empel war es dem rächenden Ju- 
piter (dem Jupiter Ultor) geweiht, aber ausser der Statue 
dieses Gottes waren noch sechs andere kolossale Götter- 
bilder darin aufgestellt, von denen uns Mars, Venus und 
der Divus Julius, der vergötterte Cäsar, genannt werden. 
Bekanntlich waren Venus und Mars durch Aeneas und 
Romulus die göttlichen Stammältern des römischen Vol- 
kes, und das julische Geschlecht nahm sie im engem 
Sinne für sich in Anspruch. Die Aufstellung ihrer Bilder 
in der Verbindung mit dem Cäsars erscheint daher höchst 
bedeutsam und bezeichnete ein Heiligthum , das man 
beliebig auf die Verherrlichung des römischen Volkes 
oder des julischen Hauses deuten konnte. Es war daher 
ein nach der Sinnesweise des August nicht unwichtiges 
u) Es 
wurde im 
Jahre 729 
ST- 2 
25 n. 
Chr. 
vollendet.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.