Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884413
Wölbung. 
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dass diese gewaltigen Brücken, über welche die schwer- 
bewaifneten Legionen zogen , eine sehr bedeutsame und 
charakteristische Aeusserung desrömischen Geistes sind. 
Es ist dies wieder eine Stelle, wo das Leben unbewusst 
in eine künstlerische Wirksamkeit übergeht. Auch später, 
als mit dieser Rücksicht auf den Nutzen sich die auf 
Pracht verband, war die Wölbung stets das Element, 
welches den römischen Bauten ihr eigenthümliches Ge- 
präge verlieh. Häufig schloss sich der Gebrauch der 
Wölbung an die grade Mauer an, theils in Gestalt einer 
Concha, welche etwa im Tempel den Ort für die Auf- 
stellung des Bildes bezeichnete, theils in einzelnen rund 
gedeckten Nischen, durch welche die römischen Archi- 
tekten den Wänden im Innern und Aeussern Mannigfal- 
tigkeit zu geben liebten. Wir werden sogleich der 
Triumphbogen, der Theater und Amphitheater, der Hallen 
und Basiliken, der Bäder und Paläste mit ihren Pracht- 
sälen gedenken. Sie alle waren nur durch Hülfe der 
Wölbung ausführbar, oder doch durch dieselbe sehr er- 
leichtert. Aber charakteristisch ist es wieder für die 
römische Architektur und den Standpunkt der Römer über- 
haupt, dass sich dies Princip der Wölbung nicht zu einem 
vollkommnen System durchgängiger Gliederung des gan- 
zen Baues ausbildete, sondern dass sich damit immer die 
Formen der griechischen Säule verbanden, obgleich sie 
so wesentlich und innerlich mit dem graden Architrav 
zusammenhingeu. 
Die grösste Wichtigkeit erhielt die Wölbung in ihrer 
Anwendung auf runde Gebäude, an welchen sich über- 
haupt die Eigenthümlichkeit der römischen Architektur 
noch am Entschiedensten zeigt. Die griechische Archi- 
tektur liebte die ltumlgebäude nicht. Zwar linden wir in 
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