Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884301
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Römische 
Architektur. 
ab; sie nähert sich auch in den Grundverhältnissen mehr 
dem griechischen Tempel. Dagegen ist sie nicht, wie 
bei diesem, ringsum von Säulen umstellt, sondern hat 
nur vor dem Eingange einen Portikus, der auf einer ein- 
fachen, oder ganz oder theilsveise verdoppelten Säulen- 
reihe ruht. Die drei andern Wände der Cella Waren 
dann ohne alle Oeifnung. 
Durch diese Anordnung (die Vitruv zwar mit grie- 
chischem N amen Prostylos nennt, die aber in Griechen- 
land in den bessern Zeiten wenig oder gar nicht vorkommt) 
ging dann zunächst der Charakter des in sich Einigen 
und Abgesehlossenen, den der griechische Tempel hatte, 
verloren; ähnlich wie bei dem etruskischen Tempel zer- 
fiel das Ganze indzwei 'l'heile, in Halle und Cella. Diese 
Zweitheiligkeit wurde indessen durch die Anwendung 
griechischer Details und durch die Einwirkung griechi- 
schen Geistes einigermaassen gemildert. Bei der einfachen 
Cella war das ganze Gebäude nicht so breit, wie bei 
der dreifachen der Etrusker. Es näherte sich zwar mehr 
dem Quadrate, als der längliche Tempel der Griechen, 
aber weniger als der der Etrusker; die Halle war daher 
im Verhältniss zur Tiefe des Ganzen bei weitem schmä- 
ler. Sie war auch weniger tief und erschien, weil die 
Säulen nicht in so gespreizter Stellung standen, nicht so 
offen und weit. Sie machte daher überhaupt nicht den 
selbstständigen Anspruch, wie dort, sondern war mehr 
ein untergeordneter Theil des Ganzen. Dazu kam noch 
ein Umstand; bei dem Mangel einer umherlaufenden 
Säulenhalle konnten auch die Stufen als Basament des 
Tempels nicht wohl ringsumher angebracht werden, es 
würde einen widersprechenden Eindruck gemacht haben. 
wenn sie zu den unzugänglichen Mauern der Seiten- und
        

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