Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884249
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Römcn 
wurden daher für die folgenden Jahrhunderte das frucht- 
barste Vorbild voller Menschlichkeit.   
Eine ganz selbstständige römische Kunst, die eine 
eigne Geschichte hätte, giebt es hienaeh nicht, sondern 
nur eine Kunst bei den Römern, die im Wesentlichen 
eine fremde war, und der sich nur unwillkürlich einheimi- 
sche Elemente beimisehten. Wie ich schon erwähnte, 
sprachen die Schriftsteller der Römer selbst ihre Kunst- 
geschichte mit den kurzen Worten aus, dass anfangs 
alles tuskanisch, dann griechisch war. Von dem Zustande 
der etruskischen Kunst in Rom haben wir nicht Weiter 
zu sprechen; sie erlitt hier bei der nahen geistigen Ver- 
wandtschaft beider Stämme ohne Zweifel keine Aende- 
rung. Auch haben wir uns wohl alles Künstlerische in 
Rom damals nicht bloss tuskanisch, sondern ziemlich roh 
zu denken. Erst als die Römer in der Zeit der Scipionen 
für griechische Bildung überhaupt Sinn erhielten, als 
durch die griechische und macedonische Beute ihr Auge 
auch auf bildlichen Schmuck gerichtet wurde, erwachte 
bei ihnen das Bcdürfniss nach einer schönen Kunst und 
daher natürlich nach griechischer. Sie riefen griechische 
Meister aller Art herbei, und die italisehe Kunst, wo sie 
noch bestand, schloss sich anspruchslos, so viel sie es 
vermochte, an den griechischen Styl an. 
WVir haben (lüllef in diesem Abschnitte die Kunst 
unter den Römern erst von da an zu betrachten, wo sie 
im Wesentlichen eine Fortsetzung der griechischen war, 
und die Aenderungen, welche diese griechische Kunst 
durch italischcn Geist erlitt, werden uns dabei hauptsäch- 
lich beschäftigen. Diese italischen Eigenthünmlichkeiten 
sind nun nicht in allen Zweigen der bildenden Kunst 
gleichbedeutend; in der Architektur treten sie deutlicher
        

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