Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884220
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Römer. 
ihrer unvermeidlichen Thätigkeit eine 
geben, sich den Gestalten schöner 
anzuschliessexx. Freilich konnte die 
edlere Richtung zu 
Naturentsvickelnng 
römische Freiheit 
damit nicht bestehen, sie verschwand mit der alten repu- 
blikanischen Strenge, aber durch den mildern Geist, den 
die verwandte griechische Cultur dem römischen WVesen 
gab, durch die Anwendung ihrer vielleicht zu freien und 
idealen Tendenz auf das Praktische des Lebens entstand 
jener immerhin edle und schöne Zustand, dessen sich das 
Reich in den beiden ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit 
erfreute. 
Aber auch in dieser spätem Zeit , mitten unter den 
Kunstwerken, welche erlaubter oder unerlaubter Weise 
in Rom aufgehäuft waren, blieb noch ein Theil jenes 
catonischen Eifcrs zurück. Ciccro verwahrt sich nicht 
blcss in öffentlicher Rede förmlich gegen den Verdacht 
der Kunstkenncrschaft, sondern er erklärt auch in Schrif- 
ten, die doch nur an die Gebildeten gelangten, die Liebe 
zur Kunst für-eine unmännliche Abhängigkeit, der höhern 
Freiheit eines Römer-s unwürdig d). Auch blieben die 
Römer nicht bloss in der Uebung, sondern auch in der 
Schätzung der Kunst immer zurück. Jener Plinius, wel- 
cher der Kenntniss der Kunst und.ihrer Geschichte den 
grössten Flciss widmete, urtheilt über ihre Werke doch 
immer nur nach ganz äusserlichen Rücksichten, nach der 
technischen Behandlung des Stoffes, nach sentimentalen 
Beziehungen oder nach einer pedantischen Moral, welcher 
das feinere Ethische der Schönheit verborgen ist. Für 
höhere ästhetische Begriffe bildete nicht einmal die latei- 
nische Sprache bezeichnende Wörter, wie dies Plinius 
bei dem Worte: "Symmetriaa ausdrücklich bemerkt; man 
Jenes 
der 
Verres, 
gegen 
Rede 
dieses 
Parad. 5,
        

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