Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-884112
Volkscharakter 
und 
Sitte. 
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aristokratische Rücksicht gestattete es nicht, sich den 
Augen des Volks Preis zu geben. Es waren von Anfang 
an gedungene Leute, niedriger Herkunft, welche in den 
Fechterspielen auftraten, die zuerst bei den Feierlich- 
keiten der Bestattung, vielleicht als Milderung der Men- 
schenopfer, aufkamen. "In der frühern Zeit der Republik 
begannen reiche, aristokratische Familien neben andern 
Steigerungen des Leichenpornps ihre Verstorbenen durch 
längere Kampfspiele zu ehren. Das Wohlgefallen, welches 
das Volk an diesem blutigen Schaugepränge fand, zeigte 
es als ein erwünschtes Mittel, die Gunst des Pöbels zu 
erwerben. Beamte, Machthaber und Ehrgeizige aller Art 
wetteiferteninun im Reichtlmme und in der lilannigfaltig- 
keit solcher Kämpfe. In eignen Fechterschulen wurden 
die Opfer dieser grausamen Lust eingeübt; es wurde 
Gewerbe, ganze Heerden von Sclaven zu diesem Hand- 
werk erziehen zu lassen und den Festgebern zu vermie- 
then. Die Bekanntschaft mit griechischer Sitte änderte 
daran nichts, vielmehr steigerte sich der Luxus zu einer 
kolossalen Ausdehnung. Wir können es wohl begreifen, 
dass der rohe Pöbel dem Blutvergiessen mit Neugierde 
und Schadenfreude zusah, schwer zu erklären ist es aber, 
dass die Feingebildeten, selbst des Augusteischen Zeit- 
alters diese verwildernde Lust geduldet und selbst beför- 
dert haben f). Wir sehen daran, wie sehr die Römer es 
 Allerdings hielten die gebildetern Römer diese Spiele für eine 
rohe Ergötzlichkeit. Wir haben einen interessanten Brief des Cicero 
(ad Div. VII.  in welchem er einem Freunde von den Festen 
erzählt, die Poinpejus dem Volke gegeben. Schon von den Lust- 
und Trauerspielen, wenigstens von ihrer Ausführung, spricht er 
ziemlich geringschätzend, von den Gladiatoreil und Athleten will er 
gar nicht reden, weil sein Freund sie verachte. Dann kommen die 
Jagden, welche [irachtvoll waren, wie er eingestehen muss. Aber, 
26'"
        

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