Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883953
Erhaltene 
Statuen. 
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aufwärts, wie im Reden zu einer versammelten Menge 
begriffen. Die Haltung ist nachlässig, indem die Brust 
etwas zurück liegt, der Unterleib Vortritt, die Kniee eine 
schlaffe Biegung machen, die Füsse einwärts stehen. 
Schon hierin zeigt sich ein Mangel des Sehönheitssinnes 
und jenes höhern Styls, der sich bei den Griechen mit 
aller N aivetät des Porträts verband. Das kurzgesehnittene 
I-Iaupthaar ist weder in grosse Massen gelegt, wie bei 
den frühem griechischen Statuen, noch weich und mit 
der Andeutung des Leichten bearbeitet, wie in den spätem 
Werken aus der Kaiserzeit. Der Mantel endlich senkt sich 
in schweren Falten, unter denen das Auge nirgends den 
Ruhepunkt einer grösscnl, Faltenfreiexx Masse hat, welche 
die Körperform unter dem Gewande andeutete und einen 
edeln Wechsel von Licht und Schatten hervorbrächte. 
Das Ganze giebt den Eindruck eines verständigen Mannes 
mit einiger Lebendigkeit, es hat aber nichts von dem 
Erfreuenden höherer Kunst. 
Die Chimära (ein mehrköpfiges Ungeheuer, nämlich 
die vollständige Gestalt eines Löwen, aus dessen Leib 
aber noch der Hals einer Ziege hervorwächst und dessen 
Schweif in eine Schlange endigt, die in das Horn der 
Ziege beisstj hat den Ausdruck eines Wilden und grim- 
migen Wesens; die Mähne ist in Reihen starrer Haare 
gelegt, die Knochen und Muskeln sind nicht ohne Kennt-q 
niss der Natur sehr kräftig angegeben, die Umrisse haben 
überhaupt etwas Hartes. Auch die Wölfin im Kapitol 
ist von steifer Zeichnung der Haare, aber kräftig. Der 
neu aufgefundene Krieger aus Todi scheint einer spätem 
Zeit anzugehören, und soll an die argivisch-sikyonische 
Schule der Griechen, mithin an die, Awelche pedantischer 
die Natur im Einzelnen nachahmte, erinnern. Der Knabe
        

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